Aachen: „Das letzte Abendmahl“ mitten in Aachen

Aachen : „Das letzte Abendmahl“ mitten in Aachen

Auf die Botschaft Jesu aufmerksam machen und die Neugier der Passanten wecken: Das war das Ziel des Straßentheaterprojekts „Das letzte Abendmahl“. 13 Schauspieler stellten dabei das berühmte Gemälde Leonardo da Vincis dar.

Zuvor hatten sie schweigend Tische aufgestellt, sie mit Tongeschirr, Weintrauben und Wein gedeckt und anschließend Platz genommen. „Einer von euch wird mich verraten“, sagt Jesus dann. Seine Jünger halten erschrocken inne. Fünf Minuten bleiben sie in dieser Pose, eben genauso wie da Vinci das letzte Abendmahl gemalt hat. Historische Kostüme tragen die Schauspieler dabei nicht.

„Wir wollten nicht historisieren, sondern einen direkten Bezug zum Hier und Heute herstellen“, erläutert Ingrid Wiederhold, die das Theaterprojekt inszeniert hat. Sie arbeitete dabei zum Teil mit ihr bekannten Schauspielern, zum Teil aber auch mit absoluten Laien. Für diejenigen unter ihnen, die der Kirche eigentlich fernstehen, sei das Projekt eine besondere Herausforderung gewesen. Doch die Idee der Gemeinschaft und der Verrat an ihr, sei vielen eine Motivation gewesen, an dem Projekt teilzunehmen. Und die Passanten sollten angeregt werden, darüber nachzudenken, was an jenem Abend eigentlich geschah. „Wir haben uns ganz bewusst belebte Plätze ausgesucht, um das Bild zu stellen“, sagt Norbert Wichard vom Bischöflichen Generalvikariat. Die Passanten sollten „Das letzte Abendmahl“ als Bestandteil ihres täglichen Umfeldes erleben.

Die Schauspielertruppe begann ihre Aktion an der Heilig-Kreuz-Kirche im Pontviertel und wanderte anschließend in einer langen Prozession bis zum Bahkauv-Brunnen. Weitere Stationen waren der Münsterplatz, der Theaterplatz, der Kugelbrunnen, der Elisenbrunnen und schließlich die Citykirche. Während der ganzen Zeit hatten die Schauspieler zu schweigen. Immer wieder klappten sie ihre Tische auf, deckten mit Sorgfalt ein und räumten alles wieder zusammen, nachdem sie fünf Minuten in ein und derselben Pose ausgeharrt hatten. Interessierte Passanten bekamen einen Flyer mit Erklärungen zum Projekt.

Einmaliges Schauspiel

Anlass des Straßentheaterprojekts war die Aktion „Zu Tisch — mit Gott und der Welt“ des Bistums Aachen. Kooperationspartner sind die Citykirche in Aachen, Mönchengladbach, das Bischöfliche Generalvikariat Aachen und die Bleiberger Fabrik. Da es in der Bistumsaktion um den Tisch, Gastfreundschaft und Solidarität gehe, sei es naheliegend gewesen, auch das letzte Abendmahl als Thema aufzugreifen, sagt Norbert Wichard. Den Passanten bot sich so ein wahrlich einmaliges Schauspiel: Und der ein oder andere nahm sich dann auch die Zeit, es gebührend zu bewundern.