Aachen: Das erste Gerät ist schon kaputt

Aachen: Das erste Gerät ist schon kaputt

Eine Personengruppe immerhin hat der Fitnessparcours nachweislich schon angezogen, allerdings keine erwünschte. Kurz vor der Einweihung vor zwei Wochen demolierten Randalierer eines von sieben Trainingsgeräten, die in Richterich unweit von Schloss Schönau aufgestellt worden sind.

Nunmehr laden also nur noch sechs knallig bunte Geräte zwischen dem Richtericher Marktplatz und der benachbarten Parkanlage dazu ein, sich mit Bankdrücken, Klimmzügen und weiteren klassischen Kraftsportübungen auf Vordermann zu bringen. Genutzt wird die Freiluft-Muckibude bislang allerdings kaum.

Dies stellte zuletzt auch Dr. Harald Nadzeyka im Sportausschuss fest. Nicht ohne zuvor Ursachenforschung betrieben zu haben: Als rüstiger Richtericher gesetzten Alters nämlich wähnte sich der Freidemokrat eigentlich der Zielgruppe zugehörig. Selbst sein nicht eben zu kurz geratener Sohn habe bei einem familieninternen Feldversuch jedoch Probleme gehabt, etwa die Reckstange zu erreichen. Nadzeykas Urteil: „Ich halte die Geräte in der Summe nicht für zielgerichtet.”

Rund 27.000 Euro

Entstanden ist die Anlage als Reaktion auf insgesamt 47 Handlungsempfehlungen, die der städtische Sportentwicklungsplan auflistet. Ein Aufgabenfeld heißt: Sportgelegenheiten/Selbstorganisierter Sport”. Über die Bezirksregierung des Stadtteils wurde der Parcours, zu dem auch eine Boulebahn und ein bisschen Grün gehört, schließlich umgesetzt. Aus Bezirksmitteln stammt auch der größte Teil der Kosten von 27.000 Euro.

Die neue Bezirksamtsleiterin Yvonne Moritz bittet um Geduld: „Die Anlage ist ja erst vor zwei Wochen eingeweiht worden.” Das neue Sport- und Freizeitangebot müsse sich noch rumsprechen, unter anderem soll demnächst ein regelmäßiger Bouletreff dazu beitragen. Auch habe der Turnverein Richterich angekündigt, von der Anlage Gebrauch zu machen. Moritz: „Der Parcours wird in weitere Aktionen einbezogen, damit er nach und nach Akzeptanz findet.” Nicht korrekt sei abgesehen davon die nicht nur von Harald Nadzeyka kolportierte Annahme, dass es sich um eine Idee speziell für Senioren handele. „Es sind Geräte für Erwachsene.”

Übrigens hatte die Anschaffung im Vorfeld als sicher vor Vandalismus gegolten. Dumm, dass die bereits in Aktion getretenen Wüteriche das offenbar nicht wussten. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch noch die verbliebenen sechs Siebtel des Fitnessparcours kaputtgetreten werden, bevor die Richtericher sich überhaupt an ihn gewöhnt haben.

Das zerstörte Gerät soll in Kürze ersetzt werden.