Das Einhard-Gymnasium in Aachen wird saniert

Aachen : Die Schule geht, die Arbeiter kommen: Sanierung des Einhard-Gymnasiums

Am Freitag ist Schluss. Spätestens nachmittags um vier müssen an diesem Freitag alle aus dem Schulgebäude raus sein. Denn jetzt übernehmen an der Robert-Schuman-Straße die Handwerker die Regie. Am städtischen Einhard-Gymnasium geht in den Sommerferien ein dicker Batzen des großen Sanierungsprojekts über die Bühne.

Für insgesamt rund 5,9 Millionen Euro werden an der Schule bis zum Herbst 2020 Dach, Fassaden und Fenster erneuert. Und damit die Arbeiter in den Ferien mehr schaffen, zieht die Schule schon zwei Wochen vor dem Schuljahresende aus. Vorgezogene Freizeit gibt es natürlich nicht. Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler und ein fast 90-köpfiges Kollegium beziehen vielmehr für die letzten zehn Schultage etliche Ausweichquartiere in der Umgebung.

Wandertag und viele Projekte

Logistisch sei das für die Schule ein Kraftakt allererster Güte, bestätigt Schulleiter Ralf Gablik — auch wenn die Abiturienten die Schule bereits verlassen haben und die gesamte Jahrgangsstufe Q1 auf Stufenfahrt ist. Für zehn Tage verteilt sich die Einhard-Schulgemeinschaft zum Beispiel auf Räume in der Katholischen Hochschule, im Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, im Rhein-Maas-Gymnasium, im Zentrum für Schulpraktische Lehrerausbildung … „Ich bin sehr froh, dass unsere Nachbarn uns aufnehmen“, betont Gablik. Auch auf dem eigenen Gelände gibt es ein Ausweichquartier. Allein elf Klassen ziehen ins „Haus am See“, das Oberstufengebäude der Schule.

Damit die Lehrerinnen und Lehrer zu den einzelnen Unterrichtsstunden nicht wie wild durch die Gegend hetzen müssen, hat die Schule die Jahresplanung kräftig durchgeschüttelt und in die zwei Wochen vor den Ferien zahlreiche Aktionen hineingepackt, die sonst übers Jahr verteilt stattfinden: Bundesjugendspiele, Wandertag, pädagogischer Lehrertag sowie Projekte für die einzelnen Jahrgangsstufen. „Da haben wir wirklich Herzblut reingesteckt“, sagt Gablik.

Lüftung und Sonnenschutz

Im Schulgebäude wird ab Freitag mit Hochdruck saniert. Im Hauptgebäude zur Robert-Schuman-Straße hin werden im großen Stil die Fenster ausgetauscht. Und die neuen Elemente werden nicht nur Durchblick bieten, sondern auch etwas fürs Raumklima tun, erläutert Projektleiterin Brigitte Schuh vom städtischen Gebäudemanagement. Mit den Fenstern werden auch kleine Einzellüftungsgeräte montiert. Sie sollen für mehr Durchlüftung in den Klassen und somit ein besseres Raumklima sorgen. „In den Sommermonaten leiten die Geräte die Nachtkühle in die Räume, damit es dort morgens angenehm kühl ist“, sagt Schuh. „Klimaanlagen sind das aber nicht.“

Auch der Sonnenschutz an den neuen Fenstern soll künftig mehr Komfort bieten. Die Jalousien lassen sich so regulieren, dass direkte Sonneneinstrahlung abgehalten wird, aber immer noch genug natürliches Licht ins Klassenzimmer fällt.

Auch Teile der Dachfläche werden saniert. Diese Arbeiten werden wohl über die Ferienzeit hinausgehen. „Denn bis zum Winter muss alles dicht sein“, so Schuh.

Die neue „Vorhangfassade“ für die Schule wird aber erst 2019 angebracht. „In diesem Jahr war einfach keine Firma zu kriegen“, bedauert die Projektleiterin. An vielen Schulen konzentrierten sich die Arbeiten auf die Ferien.

Fluchtwegkonzept verschoben

„Wir haben auch noch keinen Schlosser gefunden, der uns eine neue Stahltreppe für die Schule baut“, berichtet Schuh. Die Folge: Das neue Fluchtwegkonzept fürs Einhard ist in diesen Sommerferien noch nicht umzusetzen. Dabei wurde das Fundament für die neue Treppe bereits in den Osterferien gefertigt. Zunächst wird jetzt mit provisorischen Lösungen geplant.

Sehr erfreut ist Schulleiter Ralf Gablik, dass ab den Herbstferien auch die Haupttoiletten des Gymnasiums saniert werden. Übergangsweise werden sich die Schüler dann allerdings mit WC-Containern behelfen müssen.

Im Herbst 2020 soll die Sanierung des Einhard-Gymnasiums nach derzeitigem Planungsstand abgeschlossen sein. Und so viel steht auch schon fest: Auch in den beiden kommenden Sommern wird die Schulgemeinschaft für ein paar Tage ins Exil ziehen müssen. Aber dann haben alle schon mehr Erfahrung mit dem Umziehen.

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