Aachen: Das Da Theater verlegt Shakespeares in das Amerika der 1950er Jahre

Aachen: Das Da Theater verlegt Shakespeares in das Amerika der 1950er Jahre

„Shakespeare braucht eine Übersetzung in unsere Zeit“, meint Tom Hirtz, Leiter Das Da Theater. Und so haben er und Maren Dupont das Stück „Viel Lärm um nichts“ auf einem amerikanischen Jahrmarkt der 50er Jahre angesiedelt. Und die Handlung funktioniert so oder so.

Im Mittelpunkt stehen zwei Paare, die ganz unterschiedlich mit der Liebe umgehen: Da sind zum einen Heaven und Clayton, die ganz traditionell für die Liebe brennen, dann gibt es da aber auch noch Becca und Ben, die sich in ihrem Single-Dasein sichtlich wohlfühlen und so gar keine Lust haben, sich zu verlieben.

Die Burg Frankenberg als Kirmes-Kulisse: Das Das Da Theater spielt Foto: Andreas Herrmann

Die Handlung folgt damit laut Hirtz ganz akribisch dem Original. Die Sprache der Open-Air-Komödie dagegen ist die Sprache der Jugend. „Ich kann mir auch ein Leben ohne Mann vorstellen“, sagt Becca und fügt hinzu: „Ich will keinem Mann Untertan sein.“ Während die selbstbewusste Becca auf ihre Unabhängigkeit pocht und „Männer für hormongesteuerte Machos“ hält, lässt sich Heaven auf ihre Gefühle ein. Und so beginnt laut Theatertext ein „rasantes Spiel um die Liebe zwischen Heiterkeit und Ernst“. Die Burg Frankenberg liefert die perfekte Kulisse für den amerikanischen Jahrmarkt: Ein kleines Karussell, zwei Büdchen, ein „Hau-den-Lukas“ und natürlich eine Popcorn-Maschine skizzieren die kleine Kirmes.

Und zwischendurch gibt es immer wieder Livemusik, um das Ambiente zu untermalen. Gespielt wird natürlich Rock‘n‘Roll, ganz im Sinne der 1950er Jahre. Und wer Lust auf Bier, Cola oder Popcorn hat, der kann sich vor der Aufführung damit auf der Bühne versorgen. Heaven trägt ein Kleid mit Petticoat, Becca eine schwarze Hose mit schwarzer Lederjacke. Und bei den Jungs darf die Haartolle natürlich nicht fehlen.

In „Viel Lärm um nichts“ hat William Shakespeare im Jahr 1600 die Liebeswirren zweier Paare beschrieben, und das mit viel Sprachwitz und wunderbar grotesk, wie Tom Hirtz und Maren Dupont meinen. Allerdings wollten sie ihrem Publikum das Stück ohne Sprachbarrieren näher bringen und haben es entsprechend angepasst.

Sie verlegten es auf einen amerikanischen Jahrmarkt der 1950er Jahre und sind davon überzeugt, dass die klassische Rollenverteilung dieser Jahre und der enge Moralkodex dem Stück eine spannende Brisanz verleihen.

Die Premiere am Donnerstag, 21. Juni, um 21 Uhr im Innenhof der Burg Frankenberg, Bismarckstraße/ Ecke Goffartstraße, ist bereits ausverkauft. Es gibt aber sechseinhalb Wochen lang jeweils von Dienstag bis Sonntag weitere Aufführungen. Kartenvorverkauf im Theaterbüro unter Telefon 0241/161688 oder Im Buchladen Pont­straße 39, Telefon 0241/ 28008, außerdem sind Kartenanfragen auch im Internet auf www.dasda.de möglich.