Aachen: „Das Bildnis des Dorian Gray“: Eine raffinierte Verspiegelung mit vielen Facetten

Aachen : „Das Bildnis des Dorian Gray“: Eine raffinierte Verspiegelung mit vielen Facetten

Der Liebling der Londoner Gesellschaft zeigte oft und gerne sein vielgestaltiges Talent, das häufig die viktorianische Gesellschaft auf die Schippe nahm. Nichts für Puritaner war denn auch Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“, das mit dem Wunsch nach ewiger Jugend und Anziehungskraft spielt.

Heutzutage gibt es Botox oder Lifting-Operationen, die auch nicht immer gut ausgehen. Der attraktive Jüngling Dorian begibt sich in ein weitaus gefährlicheres Abenteuer — sein Porträt, vom Maler Basil Hallward geschaffen, soll für ihn altern, während er selbst immer der hübsche junge Mann bleiben wird.

Schön sinnlich und sinnig ist die kleine Presseprobe, in der man Jan Stapelfeldt als Dorian, Armin Jung als Maler Basil und Fabian Goedecke als Lord Henry kennenlernen kann.

Der fast faustische Pakt mit dem Teufel reizt natürlich auch Regisseur Udo Schürmer und Steven Koop als Bühnen- und Kostümbildner. Koops raffinierte Verspiegelung mit vielen Facetten offenbart bereits die Sinn verwirrende Selbstsucht des Dandytums.

Der Traum von der ewigen Jugend wird wohl nie sterben: Auch deshalb sieht Theaterchef Uwe Brandt im Stück „einen Verfall der Werte und einen faszinierenden Stoff, ins Hier und Jetzt geholt.“ Interessant ist auch, wie die Sache mit dem fratzenhaft „alternden“ Bildnis gelöst wird, das ja alle Sünden und Verbrechen widerspiegeln soll. Das wird aber hier nicht verraten.

Weitere Darsteller sind Birthe Gerken, Annika Schneider und Daniel Heck. Regisseur Udo Schürmer sieht fast nur tragische Figuren, eine „High Society“, die an ihrer Eitelkeit und Rücksichtslosigkeit zu ersticken droht. Dass die Geschichte aber dennoch elegant und witzig über die Rampe geht, glauben alle Beteiligten. Prüfen können die Zuschauer das bereits am heutigen Freitag, 30. Oktober, wenn das Stück Premiere feiert.

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