Aachen: Das alte Pfeiffer-Haus weicht einem neuen Hotel

Aachen : Das alte Pfeiffer-Haus weicht einem neuen Hotel

Aufbruchstimmung will ein norddeutscher Projektentwickler in der Großkölnstraße schaffen. Die Oldenburger Gesellschaft List Develop Commercial hat jetzt ihre Pläne für das seit Jahren vor sich hin gammelnde ehemalige Modehaus Pfeiffer bekanntgegeben.

List hat die Immobilie bereits im vergangenen Jahr erworben. Nun will das Unternehmen die seit Jahren kursierenden Spekulationen beenden und Fakten schaffen.

Geht alles glatt, bietet sich den Aachenern schon im nächsten Jahr dieses Bild an der Stelle, wo derzeit noch das alte Pfeiffer-Haus steht: Links die Ansicht an der Großkölnstraße, rechts der Blickwinkel vom Seilgraben. Entwurf: prasch buken partner architekten partG mhb.

Die Pläne sehen einen schnellen Abriss des vorhandenen Gebäudes und die vollständige Neubebauung des knapp 1200 Quadratmeter großen Grundstücks vor, wie List-Pressereferentin Laura Raasch mitteilt. Möglichst schon im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Entstehen soll ein neuer Komplex, unter dessen Dach ein Hotel, sowie im Erdgeschoss Gastronomie-, Dienstleistungs- und Handelsflächen Platz finden sollen. Zusätzlich ist eine Tiefgarage geplant.

„Die Lage des Pfeiffer-Hauses ist für uns als Projektentwickler hochinteressant, da sie großes Potenzial hat“, erklärt Michael Garstka, Geschäftsführer von List Develop Commercial. Er zeigt sich überzeugt davon, mit dem Neubau der Fußgängerzone Großkölnstraße wieder zu größerer Attraktivität verhelfen zu können.

Das hat die Straße nach allgemeinem Dafürhalten auch bitter nötig. Die vielen leeren Geschäftslokale zeugen davon, dass die Einkaufsmeile viel von ihrer einstigen Zugkraft verloren hat. Die Eröffnung des Aquis Plaza in der Adalbertstraße und die Schließung von Lust for Life hat die Fußgängerströme nachhaltig verändert. Geschäftsleute, die ohnehin schon genug mit der Konkurrenz im Internet zu kämpfen haben, klagen über massive Umsatzeinbrüche und befürchten weitere Schließungen, was die Abwärtsspirale der Straße weiter in Gang halten würde.

Stadtplanerisch gegenzuhalten fällt augenscheinlich schwer. Wie zäh sich Weiterentwicklungen gestalten können, ist aktuell bei den Planungen für das Altstadtquartier Büchel zu sehen. Weder ist der vor vielen Jahren angekündigte Abriss des völlig heruntergekommenen Parkhauses vollzogen, noch ist an irgendeiner Stelle ein Spatenstich für die geplante Altstadtsanierung absehbar.

Neuer Anziehungspunkt

Und auch die von der Politik seit Jahren gewünschte Aufwertung rund um den Bushof hat bis heute keine erkennbaren Folgen. In der Debatte war einstmals unter anderem auch die Schaffung einer Markthalle, um diesen Teil der Innenstadt für Fußgänger und Besucher attraktiv zu halten. Profitieren sollte davon auch die Großköln­straße als wichtige fußläufige Achse zum Markt.

Nun also will List den Anstoß für eine Aufwertung der Einkaufstraße geben. Einzelne der für Handel oder Gastronomie vorgesehenen Flächen im Erdgeschoss werden derzeit noch vermarktet, teilt der Projektentwickler mit. Als Mieter für die insgesamt vier Obergeschosse habe man hingegen bereits die Economy-Hotelkette „B&B Hotels“ gewinnen können.

„Um das Hotelkonzept realisieren zu können, haben wir auf beiden Gebäudeseiten die Grenzbebauung aus dem Erdgeschoss nicht vollständig fortgesetzt und eine Art Innenhof eingeplant“, so Garstka. Dies soll sicherstellen, dass sämtliche der insgesamt rund 130 entstehenden Hotelzimmer ein Fenster und direkten Tageslichteinfall haben.

Errichtet wird der Neubau von einer weiteren Gesellschaft der List-Gruppe, die bereits zahlreiche B&B Hotels gebaut habe. Aufgrund der „eingespielten Zusammenarbeit“, rechnet Garstka nach dem Abbruch mit einer Bauzeit von nur zehn bis zwölf Monaten.

(gei)
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