Aachen: Damit Radfahrer wissen, wo es langgeht

Aachen : Damit Radfahrer wissen, wo es langgeht

Das im Umkreis seit langem bewährte sogenannte Knotenpunktsystem für Radfahrer soll voraussichtlich in diesem Jahr nun auch in Aachen installiert werden. Es soll Radlern eine deutlich bessere Orientierung im Stadtgebiet ermöglichen und auch die Nutzerzahlen verbessern.

Auch können neue touristische Wege leicht erschlossen werden. Auf Kartenmaterial können Radfahrer dann weitgehend verzichten.

Der erste politische Beschluss für das komfortable Knotenpunktsystem geht bereits auf das Jahr 2011 zurück. Und schon damals war die Stadt ein Nachzügler. Denn in Belgien, den Niederlanden, im Kreis Heinsberg, in der Städte­region und vielen weiteren Regionen gibt es die praktische Orientierungshilfe seit vielen Jahren. Nur das Stadtgebiet Aachen ist bislang ein weißer Fleck, was vor allem am fehlenden Geld liegt.

Viele Beschilderungslücken

Zwar gibt es auch hier vereinzelt ausgeschilderte Routen und Wegweiser, doch immer wieder klaffen Lücken in dem etwa 330 Kilometer langen städtischen Radwegenetz. Mit finanzieller Unterstützung der Bezirksregierung sollen diese Lücken nun geschlossen werden. So sieht es jedenfalls die Planung der Verwaltung vor, mit der sich die Verkehrspolitiker in der kommenden Woche befassen.

Rund 125 000 Euro sollen für die neue Beschilderung ausgegeben werden, knapp ein Drittel muss die Stadt übernehmen, die später auch für die Pflege der Wegweisungen aufkommen muss. Gut neun Monate sind für die gesamte Installierung veranschlagt, wobei insgesamt 46 Knotenpunktstandorte in der Stadt errichtet werden sollen, zwei weitere neue kommen noch jenseits der Stadtgrenzen hinzu.

Auf kleinen Karten können sich Radfahrer dort jeweils über ihren Standort informieren und dann anhand von Zahlen ihre Routen festlegen. Kleine Hinweispfeile lotsen die Radfahrer von Knotenpunkt zu Knotenpunkt. Einfacher kann man sich kaum orientieren. Auch alle Entfernungsangaben werden mitgeliefert.

Gedacht ist das System insbesondere für Tourenfahrer oder Menschen, die ihr Rad zur Naherholung einsetzen. Natürlich soll das Streckensystem nahtlos mit den bestehenden Routen im Umland verknüpft werden. Eine entsprechende Vereinbarung mit der Städteregion ist bereits unterzeichnet worden. Absprachen mit den Tourismusagenturen in Ostbelgien und Südlimburg sind ebenfalls bereits erfolgt.

Nach den jetzt vorliegenden Plänen soll der Knotenpunkt 1 am RWTH-Hauptgebäude eingerichtet werden, der Knotenpunkt 2 ist am Fischmarkt geplant, der Knotenpunkt 3 am Elisenbrunnen. Von dort geht es jeweils in den Norden, Süden, Osten oder Westen der Stadt. Rundtouren lassen sich problemlos und in beinahe beliebiger Länge zusammenstellen.

Die städtischen Vertreter sind jedenfalls überzeugt, dass das Geld gut angelegt ist, um das Radfahren in Stadt und Region attraktiver zu machen. Nachfragen von Bürgern und Besuchern der Stadt „zeigen seit Jahren, dass hier das Interesse an der Einführung eines Knotenpunktsystem groß ist“.

(gei)