Aachen: Damit Autofahrer und Radler sich am Elisenbrunnen nicht wehtun

Aachen : Damit Autofahrer und Radler sich am Elisenbrunnen nicht wehtun

„Wir wollen, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten“, sagt Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin der Kampagne „FahrRad in Aachen“. Laut Bernd Kleefisch, Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei, haben die Rad- und Fußgängerunfälle im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen.

Um die Verkehrsteilnehmer über richtiges Verhalten und Gefahren aufzuklären, haben die Stadt, die Polizei und die Dekra deshalb am Elisenbrunnen mobilgemacht.

In einem Lastwagen der Dekra konnten die Passanten beim Blick in die Außenspiegel ein Gefühl dafür bekommen, was ein Lkw-Fahrer sehen kann und was nicht. Der verunglückte „Radfahrer“ unter dem Hänger sollte dabei als abschreckendes Beispiel dienen. Zum Glück war es nur ein Dummy.

„Die Verkehrssicherheit ist ein wichtiges Thema unserer Kam­pagne“, meint Stephanie Küpper. Deshalb würden bereits Grundschüler durch Mobilitätsprojekte auf den Straßenverkehr vorbereitet.„Und wenn sie von Anfang an einen Helm tragen, tun sie das später auch“, meint Küpper. Für den Helm wirbt auch Bernd Kleefisch. „Der Helm verdoppelt die Sicherheit“, sagt er. Er registriert ein mangelndes Gefahrenbewusstsein bei Radfahrern und bei Fußgängern. Eine rote Ampel zu missachten oder als Radfahrer auf der falschen Seite zu fahren, könne böse Folgen haben.

Deshalb wolle die Polizei weniger die Verkehrssünder zur Kasse zu bitten, sondern sie auf die Gefahren wie „toter Winkel“ oder „Geisterradfahrer“ aufmerksam machen. Ein Auszug aus dem Bußgeldkatalog nennt gleich nebenan trotzdem mal die Tarife für die Vergehen. So kostet das Nichtbenutzen des Radweges beispielsweise 20 Euro, das Überfahren einer roten Ampel 45 Euro.

Bessere Bedingungen

In erster Linie ging es den Organisatoren aber darum, mit den Radfahrern und Fußgängern ins Gespräch zu kommen. Und da gab es wohl durchaus Bedarf. Eine Dame beispielsweise beschwerte sich über die Radler vor ihrem Haus. Die würden oft in der falschen Richtung auf dem Radweg fahren, womit sie beim Herauskommen aus ihrer Einfahrt eigentlich nicht rechnen müsste. Schwere Folgen könne das haben.

Die Bedingungen für Radfahrer sind laut Stephanie Küpper in Aachen in den vergangenen Jahren immer besser geworden. „Es wurden neue Radwege angelegt, Einbahnstraßen zum Teil für Radfahrer geöffnet und Bereiche der Fußgängerzone für Radfahrer freigegeben“, meint sie. Und jede neue Straße bekomme heute ganz selbstverständlich auch einen Radweg. Ein reibungsloses Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ist laut Küpper nur dann möglich, wenn die Regeln eingehalten werden.

Für Autofahrer gelte, die für Radfahrer markierten Bereiche zu respektieren und den Schulterblick zu üben, um sicher zu sein, dass sie keinen Radfahrer übersehen. Und die Radfahrer selbst müssten jederzeit mit Fehlern der Autofahrer rechnen und sich entsprechend vorsichtig verhalten.

Neben vielen Gesprächen mit der Polizei, der Dekra und der Stadt gab es beim Aktionstag jede Menge Infomaterial: Ein Flyer gibt beispielsweise ausschließlich Tipps und Hinweise zu den Radwegen.