Aachen: Dach fertig: Das Marschiertor hat sein Gerüst abgelegt

Aachen : Dach fertig: Das Marschiertor hat sein Gerüst abgelegt

Keine Verengung der Fahrbahn auf eine einzelne Spur mehr, der Straßenverkehr an der Lagerhausstraße und am Boxgraben läuft seit wenigen Tagen wieder ganz normal. Denn die Dachsanierung des rund 700 Jahre alten Marschiertors, das von der Karnevalsgesellschaft Oecher Penn genutzt wird, ist endlich abgeschlossen.

Das Gerüst, das das historische Gemäuer viele Monate ummantelt hatte, ist weitestgehend weggeräumt, und der Bau kann wieder in seiner vollen Pracht bewundert werden. Die Dachsanierung hat nach Angaben der Stadt Aachen rund 880.000 Euro gekostet, aber nicht alles musste von der Kommune selbst getragen werden. Ein Anteil von rund 200.000 Euro kam demnach über ein Sonderprogramm zum Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden vom Bund.

Mehr als sieben Monate haben Handwerker in rund 40 Metern Höhe am Dach des Tors gearbeitet, dessen Bau wahrscheinlich im Jahre 1300 begann. Die Dachsanierung hatte sich allein wegen des aufwendig aufgebauten Gerüsts etwas verzögert. Nach Angaben der Stadt Aachen hatte das rund 140 Tonnen schwere Gerüst den Handwerkern das Arbeiten bei jeder Wetterlage ermöglicht. Nennenswerte Zwischenfälle, auch bei heftigen Winterstürmen, gab es nicht.

So konnten die Arbeiter rund 55.000 Schieferplatten auf einer Fläche von 830 Quadratmetern festnageln. Das Tor ist neben dem Ponttor, dem Kölntor und dem Jakobstor eines der vier Aachener Haupttore der äußeren Stadtmauer. Die erste urkundliche Erwähnung stammt nach Angaben der Stadt aus dem Jahr 1320. Dabei haben spätere Ausgrabungen belegt, dass das Marschiertor, vormals auch Burtscheider Tor genannt, über eine Vorburg verfügte — wie es sie auch am Ponttor gibt. Diese Vorburg ist aber vermutlich kurz nach dem Stadtbrand im 17. Jahrhundert abgerissen worden.

(slg/red)
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