Aachen: „Criminalen Bankett“: Krimi begleitet das deftige Mahl

Aachen : „Criminalen Bankett“: Krimi begleitet das deftige Mahl

Alles beginnt mit einem Gespräch im Schankhaus „Zum Burtscheider Tor“. Da kursieren Gerüchte von einem Ungeheuer, das in den Gassen der Kaiserstadt sein Unwesen treiben soll. Klauen soll es haben, einen Schuppenschwanz und Zähne spitz wie Dolche. Doch das Bahkauv kann es doch eigentlich gar nicht sein: Das ist doch vor Jahren schon von Pippin dem Kurzen getötet worden, wie der mysteriöse Fremde das Publikum im Marschiertor wissen lässt.

Die Zuschauer sitzen mittendrin im Geschehen und sind Teil der Vorgänge. Wenn die energische Wirtin sich ärgert, dass ihre Gäste auf dem Trockenen sitzen, zum Beispiel. Da kommt Leben in die etwas träge wirkenden Servierfrauen, die gleich eilen, um das Publikum mit Met zu versorgen. Und der ein oder andere aus den Zuschauerreihen muss später dann auch mal mit anfassen, wenn es darum geht, eine Leiche zu entsorgen. Und auch bei der Aufklärung des Mordes sind die Zuschauer gefragt.

Das Theater 99 hat mit seinem zweiten Aachener Crimininalen Bankett offensichtlich genau ins Schwarze getroffen. Die nächsten Vorstellungen sind bereits ausgebucht, und die Zuschauer fühlen sich in dem mittelalterlichen Ambiente in den Räumen der Öcher Penn im Marschiertor pudelwohl. Sie lassen sich ein deftiges Drei-Gänge-Menü bestehend aus warmem Lauchsalat mit Brot und Schmalz, Rotweinschmorfleisch im Brottopf und Birnenpudding mit Feigensauce servieren und verfolgen zwischendurch, wie es mit dem Ungeheuer weitergeht. Und da in einem zünftigen Wirtshaus des 17. Jahrhunderts auch Spielleute nicht fehlen dürfen, ist auch für musikalische Unterhaltung gesorgt.

Das Konzept geht offensichtlich auf. Gleich 20 Vorstellungen hat es beim ersten Criminalen Bankett im vergangenen Jahr gegeben. Damals spielte die Handlung am Hofe Karls des Großen. Wegen des großen Erfolgs hat das Theater 99 die Idee nun fortgeführt. Und auch diesmal war wieder die Unterstützung der Zuschauer gefragt. Die nämlich sollten im Anschluss zu Papier bringen, wer der Mörder war. Und auch eine gerechte Strafe sollten sie sich ausdenken. Da bewiesen die Zuschauer, dass es auch ihnen nicht an Einfallsreichtum mangelt. Viele von ihnen kamen schließlich auch nicht zum ersten Mal. Das mittelalterliche Bankett hat sie offensichtlich von Beginn an in ihren Bann gezogen.

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