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Coronavirus: Polizei löst Demonstration in Aachen auf

Gegen Corona-Einschränkungen : Polizei löst Demonstration am Elisenbrunnen auf

Die Polizei hat am Samstag eine nicht genehmigte Demonstration am Elisenbrunnen in Aachen aufgelöst. Über 100 Menschen hatten gegen die Corona-Einschränkungen protestiert. Bei dem Einsatz wurde eine freie Journalistin von den Beamten bei der Berichterstattung behindert und leicht verletzt.

Laut Polizei versammelten sich gegen 15.00 Uhr über 100 Menschen, trotz fehlender Ausnahmegenehmigung am Elisenbrunnen. Rund um den Platz führten sie demnach einen Demonstrationszug unter dem Motto „Mahnwache zur Verteidigung unserer Grundrechte und zum Gedenken der Befreiung vom Hitler Faschismus vor 75 Jahren“ durch, wobei sie unter anderem den Ablauf von einer genehmigten Demonstration der Seebrücke Aachen störten. Die Seebrücke Aachen berichtete auf Facebook, dass sie sich gezwungen sah, ihre Kundgebung zu beenden, da die Unruhestifter den Teilnehmern ohne Mundschutz sehr nahegekommen seien. Auch ein Konflikt zwischen der Polizei und den über 100 Teilnehmern der nicht genehmigten Demo wollte von den Veranstaltern vermieden werden.

Gegen 16.00 Uhr verließen die Gegner der Corona-Maßnahmen, laut Polizeibericht nach mehrfacher Aufforderung der Beamten, den Innenstadtbereich. Gegen den Initiator wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Stadt Aachen hatte seinen Antrag mit Verweis auf die Coronaschutzverordnung abgelehnt, sagte Andreas Müller, Pressesprecher der Aachener Polizei auf Nachfrage.

Im Rahmen des Einsatzes kam es zu einem Konflikt zwischen einer freien Journalistin und einem Beamten der Aachener Polizei. Anlass dafür waren Bildaufnahmen der Journalistin, welche sie von einem Unbeteiligten angefertigt haben soll. Beim Einschreiten des Beamten wurde die Frau leicht an der Hand verletzt und die Kamera wurde beschädigt.

"Wir bedauern diesen Vorfall sehr und sind im engen Kontakt zu der Journalistin. Wir werden jetzt dafür Sorge tragen, dass der Sachverhalt schnellstmöglich und lückenlos aufgeklärt wird", so Polizeipräsident Dirk Weinspach. "Die uneingeschränkte Pressefreiheit und die Möglichkeit der freien Berichterstattung ist eines der höchsten Güter in unserer Demokratie. Die Polizei Aachen schützt die Pressefreiheit und setzt sich aktiv für die gute Zusammenarbeit mit den Medienvertretern ein", so Weinspach weiter.

(red/pol)