Aachen: Cooler Elfjähriger vertreibt Einbrecher und begeistert Aachener Polizei

Aachen : Cooler Elfjähriger vertreibt Einbrecher und begeistert Aachener Polizei

„Überragend“ lautete das Urteil der Aachener Polizei für das Verhalten eines elfjährigen Jungen aus Aachen. Als der Junge am vergangenen Donnerstag alleine im Haus war, wurde er Zeuge eines Einbruchsversuchs. Der Schüler vertrieb nicht nur die Kriminellen und alarmierte die Polizei, er hatte darüber hinaus noch einiges mehr auf dem Kasten. Der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen kommentierte das Verhalten des Jungen mit „Hut ab!“.

Als die Mutter des Jungen am Donnerstagmorgen kurz das Haus verließ, um einzukaufen, nutzten zwei Einbrecher die Gelegenheit, um die Terrassentüre des Häuschens aufzubrechen.

„Der Kleine hört die Geräusche, geht ins Wohnzimmer und sieht zwei Männer an der Terrassentür“, steht im Polizeibericht. Zunächst dachte der Junge, es handele sich um Handwerker. Als die aber eher unprofessionell mit einem eisernen Gegenstand versuchten, die Scheibe einzuschlagen, kamen ihm Bedenken: „Hier stimmt doch was nicht“, sagte er später der Polizei.

Er versteckte sich an einer Couch. Als die beiden Unbekannten ein Loch in die Terrassentür schlugen, schnappte er sich sein Handy und lief durch die Haustür ins Freie. Durch sein gerufenes „Hilfe! Bei mir wird eingebrochen!“ wurde eine Passantin aufmerksam.

„Aber nicht nur die, die Täter auch“, berichtete Polizeisprecher Kemen. „Sie flüchten, rennen durch den Garten des Hauses.“ Während der Junge die Nummer 110 wählte und der Leitstelle der Polizei das Geschehen schilderte, gab er auch gleich noch das Kennzeichen eines vorbeifahrenden Autos durch, in dem er die flüchtenden Täter vermutete.

Als die alarmierten Polizeibeamten eintrafen, schilderte der Elfjährige den Sachverhalt - laut Polizeibericht „ruhig und völlig sachlich“. Seine Mutter war zwischenzeitlich ebenfalls eingetroffen. „Sie strich ihrem Helden über den Kopf.“ Der tat darauf nichts anderes, als dem Polizisten, mit dem er die ganze Zeit gesprochen hatte, ein Glas Wasser zu holen. Polizeisprecher Kemen: „Es war ja schließlich heiß...“

Später stellte sich bei den Ermittlungen heraus, dass das vorbeifahrende Auto, dessen Kennzeichen der Junge durchgegeben hatte, nichts mit der Tat zu tun hatte. „Auch gut. Konnte man das zumindest ausschließen“, kommentierte Kemen.

Die Beamten vor Ort ebenso wie das Team der Pressestelle äußerten sich überaus angetan vom ebenso überlegten wie höflichen Verhalten des Jungen. „Klasse“, „super“ und „mutig“ seien nur einige passende Bezeichnungen.

(red/pol)
Mehr von Aachener Nachrichten