Aachen: „Club der 100er“ soll Alemannia aus Abseits holen

Aachen: „Club der 100er“ soll Alemannia aus Abseits holen

Schon so einige Spendenaktionen zur Rettung der in arge finanzielle Not geratenen Alemannia sind in den vergangenen Monaten gestartet worden. Dabei floss das eingenommene Geld zu einem Großteil in die Profiabteilung, um den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können.

Neben den bereits insolventen Gesellschaften für den Spiel- und Stadionbetrieb droht nun allerdings auch dem Mutterverein die Insolvenz. Insbesondere der laufende Prozess mit dem Rechtehändler und Ex-Geldgeber Kölmel stellt eine existenzielle Bedrohung für den Verein dar.

Deshalb ruft die Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs (IG) jetzt zu einer Spendenaktion auf. Unter dem Motto „Club der 100er“ sollen innerhalb der nächsten zwei Wochen mindestens 5000 Spender gefunden werden, die im Durchschnitt pro Kopf einen Betrag von 100 Euro zur Verfügung stellen. „In zwei Wochen kann endgültig Feierabend sein. Dann sprechen wir auch nicht mehr über Regionalliga. Dann war es das“, deutet Stefan Wamper, Mitglied der IG, an. Sollte der Mutterverein Insolvenz anmelden, stünde neben dem Fußball am Tivoli auch der Breitensport mit derzeit über 1000 aktiven Sportlern in den Sparten Tischtennis, Handball und Leichtathletik vor dem Aus. „Vielen ist nicht bewusst, dass es jetzt nicht mehr nur um Fußball geht, sondern um die Mutter des Vereins“, betont Dieter Lübbers.

In rund zwei Wochen steht eine Entscheidung im Kölmel-Prozess an. Bis dahin soll möglichst viel Geld gesammelt werden. „Wir brauchen eine große Summe, um Herrn Kölmel zu besänftigen. Es bleiben nur zwei Wochen, in denen wir handeln können“, sagt Steuerberater Horst Rambau. „Es müssen nicht unbedingt 100 Euro gespendet werden. Es können auch kleinere oder gerne auch größere Beträge gegeben werden“, ergänzt er. Und: Sollte das Geld nicht den gewünschten Erfolg bringen, fließen die Gelder zu 100 Prozent in die Jugendabteilung. Im ungünstigsten Fall — einer Auflösung des Vereins — kämen die Mittel dem Nachfolgeverein zugute. „Uns ist wichtig zu betonen, dass die Verantwortlichen des Vereins keinen Zugriff auf das Geld bekommen werden“, versichert Rambau. „Wir sammeln Geld für Alemannia Aachen e.V., nicht für den Profifußball. Der Breitensport hat es verdient, erhalten zu bleiben“, so Rambau, der das Geld treuhänderisch verwaltet. „Natürlich sind 100 Euro viel Geld, aber nun geht es um alles“, meint auch IG-Sprecher André Bräkling.