Aachen: Citykirche St. Nikolaus hat Platz für Wünsche aller Art

Aachen: Citykirche St. Nikolaus hat Platz für Wünsche aller Art

„Bevor ich sterbe, möchte ich Vater werden.“ Das ist ein Wunsch, den ein Passant mit Kreide auf eine zwölf Meter lange Tafel geschrieben hat. Die steht vor dem Baugerüst der ökumenischen Citykirche St. Nikolaus in der Großkölnstraße und wartet auf Wünsche solcher Art.

Pastoralassistent Christian Schröder hatte von der Idee aus New Orleans gehört, wo eine Künstlerin vor einer Dauerbaustelle die Frage nach der Sterblichkeit stellte. Gerade zu der Zeit, seit dem auch vor der Citykirche ein Baugerüst steht, von dem Pastoralreferent Dieter Spoo glaubt, „dass es noch mindestens drei Jahre die Kirche einhüllt.“ Die vier aneinander gereihten Tafel bleiben nicht so lange. „Wir hoffen, dass sie bis zu den Sommerferien stehen werden“, wünscht sich Schröder

Seit Dienstag stehen die Tafeln. Schnell wurde klar, dass es verschiedene Arten gibt, wie sich Passanten mit einem wichtigen Wunsch vor dem Tod auseinander setzen. Da steht „...einen Cocktail trinken“, „...einmal nach New York fahren“, und ganz persönliche Dinge wie „...Vater werden“. Die Passanten, die die Tafeln registrieren, sind platt.

Sie setzen sich auseinander mit einem Wunsch. Sie denken nach. Damit haben die Verantwortlichen der Citykirche bewiesen, wie ernst sie es mit ihrem Konzept nehmen. In der Citykirche befindet sich ein großer, heller Raum. Einer, der viel Atmosphäre ausstrahlt. In ihm können Passanten dem Trubel und der Lautstärke der Innenstadt entfliehen. „Wir wollen nicht missionieren, sondern informieren“, erklärt Dieter Spoo.

Und weil die Suche der Menschen nach dem Sinn für ein gutes Leben ein sehnlicher Wunsch wichtig ist, passt die Frage „Was möchtest du unbedingt noch tun, bevor du stirbst?“ genau ins Konzept der Kirche.