Chorbiennale Aachen: Chöre begeistern beim "Abend der Städteregion"

Chorbiennale : Hochwertiger Einblick in die Chorszene der Städteregion

Es gehört zu den Verdiensten der Chorbiennale, dass sie seit 2011 mit einem „Abend der Städteregion Aachen“ an das engagierte und vielfältige Chorwesen außerhalb der Domstadt erinnert. Und zwar quer durch alle Generationen und in mannigfachen Besetzungen.

Im voll besetzten Krönungssaal des Aachener Rathauses stellte sich jetzt eine Auswahl von acht Chören der Region mit rundum begeisterten und begeisternden Vorträgen vor.

„Nordklang“, das Motto des diesjährigen Festivals, bestimmte vor allem den zweiten Teil des Abends, den die estnische Dirigentin Kairit Siidra mit ihrem überwiegend jung besetzten Chor „auftACt“ mit leicht schwermütigen Gesängen in vier Sprachen eröffnete. Ihre Landsfrau Elo Tammsalu bewegte sich mit ihren Chören „Aix Muusika“ und „aCcanto“ mit Traditionals und drei Gesängen des jungen estnischen Komponisten Pärt Uusberg auf ähnlichen Gleisen.

Dass sich „Aix Muusika“ für das traditionelle Sängertreffen in Tallin gegen mehrere Tausend Bewerber qualifizieren konnte, spricht für die Qualität der Chorarbeit von Elo Tammsalu, die zum Abschluss des Programms alle acht Chöre und das Publikum zum gemeinsamen Singen des etwas derben Lieds „Wenn die Bären uns beißen“ zu animieren versuchte. Trotz der sehr schlichten Melodie allerdings mit eher bescheidenem Erfolg.

Der groß besetzte „Vielharmonische Chor Roetgen“ unter Leitung von Rolf Schmitz stellte sich ebenfalls auf das nordisch-baltische Programm ein und erfreute mit Volksliedern und Chorwerken aus Schweden und Norwegen, gipfelnd in „Gabriellas“ ebenso stimmungsvollem wie populärem Song aus dem Film „Wie im Himmel“.

Der erste Teil des Programms präsentierte sich noch internationaler. Der „Kirchenchor St. Johannes der Täufer“ aus Lammersdorf favorisierte unter der Leitung von Gabriele Scheidweiler-Pleines englischsprachige Titel, der von Ando Gourders betreute „Männergesangverein Liederkranz Würselen 1884“ stimmte sogar afrikanische Töne an und für besonders erfrischende und exzellent intonierte und artikulierte Klänge sorgte der Jugendchor „Lautstark“ aus Weisweiler, der unter Leitung von Elena Sibirtseva einen qualitativen Höhepunkt markierte. Abgerundet wurde der Abend durch den Auftritt des stark besetzten Chores „Cantabile“ aus Baesweiler mit einer bunt gemischten Liederfolge.

Begeisterter Beifall für einen ebenso hochwertigen wie kurzweiligen Einblick in die vitale Chorszene der Städteregion. Die meisten dieser Chöre und viele andere treten im Rahmen der Chorbiennale in weiteren Veranstaltungen auf, nicht nur in der „Langen Chornacht“ am 22. Juni.

Weitere Infos gibt es unter www.chorbiennale.de.

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