Chor aus Aachen will der beste im Westen werden

Aachener Chor nimmt an landesweiten Wettbewerb teil : Aachener Chor „Flow“ ist einfach nur mitreißend!

Der Aachener Chor „Flow“ will der beste im Land werden. Deshalb nimmt die Formation am gleichnamigen WDR-Wettbewerb teil. Die TV-Übertragung ist am Freitag, 30. November.

2017 betrat ein Chor die Bühne, der auch in der sehr reichhaltigen Aachener Chorlandschaft gleich für Aufsehen sorgte. Egal, ob bei der Chorbiennale 2017 – da war der Chor gerade ein halbes Jahr alt – oder bei eigenen Konzerten überzeugt „Flow“ nicht nur, sondern reißt förmlich mit. Jetzt hat sich das junge Ensemble der Musikschule der Stadt Aachen beim WDR-Chorwettbewerb „Der beste Chor im Westen“ beworben und tritt beim Vorentscheid am Samstag in der Alfred-Fischer-Halle in Hamm gegen neun andere nordrheinwestfälische Chöre an.

Immer wieder wurden die Sängerinnen und Sänger bei ihren Konzerten angesprochen, ob sie beim genannten Format nicht mal mitmachen wollten. Warum also nicht: Die 15- bis 30-jährigen Männer und Frauen freuen sich auf jede Art von Auftritt. „Und wenn wir so singen, wie wir es können, macht es einfach nur Spaß“, so Bassist Moritz Weißer. Spaß – das ist eindeutig der treibende Faktor für die 30 jungen Erwachsenen. „Wenn wir auf der Bühne stehen, spüren wir sofort den Kontakt zueinander. Die Chemie stimmt einfach zwischen uns“, meinte Kamilla Leines, die im Sopran singt.

Das konnte Chorleiter und Vocal-Percussionist Luc Nelissen sicher nicht bei der Auswahl der Sängerinnen und Sänger vorherbestimmen. Wichtig war ihm neben einem gewissen gesanglichen Niveau vor allem „Leidenschaft und der Wille, das Publikum zu berühren“.

Das tun sie mit Pop, Rock und Funk zum Beispiel von Bruno Mars, Daft Punk oder Michael Jackson, a cappella vorgetragen. Obwohl man das wirklich nicht so sagen kann. „Flow“ trägt nicht vor. „Flow“ fängt an zu singen und lässt dabei eine Atmosphäre entstehen, die jeden Zuhörer sofort in den Bann zieht. Mancher ist klassisch ausgebildet, manche kommt eher vom Jazz oder Popgesang. „Der Mix macht’s wahrscheinlich“, ist Altistin Chantal Ngoma überzeugt. Rhythmisch getragen wird alles von Beatboxer und Dirigent Nelissen. Er vermag offensichtlich den Flow zu erzeugen.

Andere Wege gehen

Das funktioniert bereits beim Einsingen, obwohl das mit den klassischen Gesangsübungen kaum zu vergleichen ist. Es ist mehr eine Improvisation, die Nelissen mit vorher nie gesehenen Zeichen leitet. Auch sonst geht „Flow“ gern andere Wege: „Nachdem wir 2017 ein kurzes Album aufgenommen haben, wollten wir jetzt ein Musikvideo drehen. Finanziert haben wir das mit einer Crowdfunding-Kampagne“, berichtet Tenor Nils Vinke. Engagiert haben sie dafür zwei Schauspieler des Das Da Theaters. Aber natürlich singen sie selbst und sind auch in allen „Nebenrollen“ zu sehen. Das Video vom „February Song“, im Original von Josh Groban, ist mehr als fünf Minuten lang (www.flowchor.de). Im Wettbewerb haben sie gerade einmal zwei Minuten Zeit, um die vierköpfige Jury zu überzeugen. Dafür haben sie ihren Beitrag um mehr als die Hälfte kürzen müssen.

Aber das macht wahrscheinlich nichts. Denn nicht umsonst hat sich der Chor, besser gesagt die Vocal-Band, den Namen „Flow“ gegeben.

Mehr von Aachener Nachrichten