Aachen: CHIO: Noch keine Lösung für mehr Fläche in Sicht

Aachen: CHIO: Noch keine Lösung für mehr Fläche in Sicht

Jetzt steht der Oberbürgermeister im Wort. „Ich bin sehr optimistisch, dass es uns gelingen wird, eine Lösung der Platzprobleme des Aachen Laurensberger Rennvereins zu finden”, sagte am Montag Marcel Philipp während der CHIO-Pressekonferenz im Rathaus.

Natürlich gehöre das Gelände überwiegend nicht der Stadt, „aber wir reden mit den Eigentümern”. Ein Teil der Überlegungen könne bereits „bis zum nächsten Jahr” realisiert werden.

Zuvor hatte ALRV-Vorstandschef Frank Kemperman noch einmal auf die Kapazitätsenge des 22 Hektar großen CHIO-Geländes verwiesen. Das „weltweit größte Turnier mit der kleinsten Fläche” verstoße Jahr für Jahr gegen die Auflagen des Weltverbandes FEI. So dürfe der Veranstalter die zum Teil extrem großen Trucks der Reiter nicht im Stallbereich parken lassen. Zudem sieht Kemperman Engpässe bei den Vierspännern zur Europameisterschaft: „Auf der jetzigen Fläche wird das Fahrerlager dann nicht mehr möglich sein, weil wir zur EM erheblich mehr Teilnehmer erwarten”.

Kompliziertes Umfeld

Wenn Philipp darauf verweist, dass die Gespräche „nicht im Eiltempo” geführt werden könnten, deutet dies auf das komplizierte Umfeld des ALRV hin. Zwar verfügt die Stadt Aachen selber über eine angrenzende kleinere Fläche am Soerser Weg sowie über die etwas abseits liegende Stadtgärtnerei, aber das Vernetzen der neuen Nutzungsmöglichkeiten unter anderen Eigentumsverhältnissen scheint sich schwierig zu gestalten - der OB schweigt im Detail dazu.

Immerhin bestätigt Jens Nießen, Vorsitzender des benachbarten Hockeyclubs, bereits geführte Verhandlungen: „Wir haben Verständnis für das Anliegen des ALRV, aber wir wollen auch weiter Hockey spielen.” Er möchte sich „derzeit nicht zu diesem Thema äußern”. Nur so viel: „Eine alternative Fläche wurde uns bisher nicht angeboten.” Letzteres sagt auch Reiner Engel, Geschäftsführer des 700 Mitglieder starken Eisenbahner SV, der mit dem Eigentümer (Vermögensamt der Deutschen Bahn) einen Pachtvertrag bis 2034 hat. Auch Engel bestätigt Gespräche: „Daran waren auch der OB und die Stadt beteiligt, aber weit gediehen ist das nicht.” Letztendlich sei vieles „eine Verhandlungssache”. Dazu gehöre sowohl der Zustand einer anderen Anlage wie auch deren Lage: „Wir würden uns nicht nach Lichtenbusch vertreiben lassen.” Erst im Jahre 1986 siedelte sich der vom Güterbahnhof West vertriebene Verein in der ­Soers an - der ALRV nutzte die damalige Gunst der Stunde nicht.

Auf der anderen Seite des CHIO-Geländes an der Krefelder bzw. Hubert-Wienen-Straße wird früher oder später das Gelände des Polizeipräsidiums auf eine neue Nutzung warten. Die Behörde zieht um, doch wohin? Und wann? Kemperman zweifelnd: „Wer weiß, was daraus wird.” Bis zur EM 2015 dürfte das Areal kein Thema sein. Ebenso wenig wie das Gelände der benachbarten Eissporthalle, deren Betreiber Sascha Koullen am Montag gegenüber unserer Zeitung sagte: „Man sollte zwar niemals nie sagen, wir sind ja auch Geschäftsleute. Aber von uns aus haben wir keinerlei Interesse an einem Verkauf. Die Halle läuft gut, inklusive der rund zehn Events im Jahr.”

Völlig auszuschließen ist eine Expansion jenseits des Soerser Weges, wo Naturschutzfreunde - abgesehen von den dort stattfindenden Prüfungen der Vielseitigkeitsreiter und Geländefahrer - seit Jahren eine Demarkationslinie gezogen haben möchten. Kemperman selber hatte die Möglichkeit weiterer Bebauungen in diese Richtung beim Forum Soers unserer Zeitung jüngst ausgeschlossen. Fazit: Es bleibt viel Arbeit für den Oberbürgermeister.

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