Aachen: CHIO-Fan-Shop läuft gut an: Karli grüßt sogar von Geschirrtüchern

Aachen : CHIO-Fan-Shop läuft gut an: Karli grüßt sogar von Geschirrtüchern

Unschlüssig steht die junge Frau im Gewühl vor dem CHIO-Fanshop mitten in der Soers. Ihre Tochter zieht sie zum Regal mit den Plüsch-Karlis, während sie ihren Blick über die Auslagen mit der Damenmode schweifen lässt. Von diversen T-Shirts über taillierte Polo-Shirts bis hin zur Softshelljacke für 89 Euro reicht die Auswahl.

Schließlich zieht sie weiter. Natürlich nicht ohne ihrer Tochter einen Plüsch-Karli zu kaufen. 25 Zentimeter ist der groß und ganz knuddelig. Und kostet 19 Euro.

Sina Otten mit einem ihrer Bestseller: Das Plüsch-Maskottchen Karli ist natürlich vor allem bei Kindern sehr beliebt. Foto: Aachen-Laurensberger Rennverein

Szenen wie diese hat es beim CHIO 2018 schon reichlich gegeben. Und das, obwohl das Reitturnier erst am Dienstag eröffnet wurde. Schließlich hatten die Fan-Shops schon am Soerser Sonntag und auch vor der feierlichen Eröffnungsfeier am Dienstag geöffnet. Und da gibt es reichlich zu tun für die rund 15 Servicekräfte, die an den vier Fanshops auf dem Turniergelände — drei in der Zeltstadt für Otto Normalturnierbesucher und einen im Champions Circle für die besonders wichtigen und reichen Gäste — die Fan-Artikel mit dem Karli-Logo an die Frau, den Mann und die Kinder bringen.

Viel zu tun hat dabei auch Sina Otten. Denn die 35-Jährige kümmert sich für den Turniervermarkter, die Aachener Reitturnier-GmbH (ART), ausschließlich um die Merchandising-Kollektion. „Das ist ein Fulltime-Job“, sagt sie. Und das gelte nicht nur während der Turniertage oder zu Weihnachten, wenn der Online-Shop gut laufe.

„Nach dem Turnier setzen wir uns mit den Designern und Produktionsfirmen zusammen und entwickeln die neue Kollektion fürs nächste Jahr“, berichtet sie aus ihrem Arbeitsalltag. Denn zu jedem CHIO solle es eine neue Kollektion geben. Aus dem alten Bestand würden nur noch Restposten verkauft. Natürlich gebe es auch Bestseller wie das Maskottchen Karli, Poloshirts oder Kappen. Aber auch die würden jedes Jahr etwas verändert — von Karli oder den Autoaufklebern vielleicht einmal abgesehen.

Erstmals Reitsportartikel

„Bei der Entwicklung der neuen Kollektion lassen wir auch die Meinungen der Kunden einfließen, die wir während des Turnier an den Ständen hören“, sagt Sina Otten. Im vergangenen seien sogenannte Homeware-­Artikel wie Windlichter oder sogar Geschirrtücher zum Sortiment hinzugekommen, in diesem Jahr gehen Otten und ihr Team erstmals mit Reitsportartikeln wie Satteldecke oder Fliegenmütze an den Start. „Wichtig ist, dass wir für jeden Zuschauer etwas bieten“, sagt sie. Vom aktiven Reiter über die Familie mit Kindern bis hin zum VIP-Gast. „Das ist so ähnlich wie mit dem Essen auf dem Turniergelände. Hier reicht die Auswahl auch von der Currywurst mit Fritten bis zum Mehr-Gänge-Menü mit Champagner auf der VIP-Tribüne.“

Angefangen hat das Geschäft mit Fan-Artikeln beim CHIO übrigens schon vor den Weltmeisterschaften 2006. „Doch damals gab es nur eine kleine Auswahl von Artikel, Kappen, T-Shirts, Aufkleber“, berichtet Sina Otten. Mit den Weltreiterspielen 2006 und dem neuen Logo mit dem stilisierten Pferdekopf habe das Geschäft richtig Fahrt aufgenommen.

Heute gibt es weit mehr als reine Fan-Artikel. „Wir bieten auch Streetware an, mit zurückhaltendem Ton-in-Ton-gesticktem Logo, die man auch ins Büro anziehen kann“, betont Sina Otten. Insgesamt kommt sie auf knapp 100 Artikel mit dem CHIO-Logo vom Winke-Winke-Taschentuch über eine eigene Schmuckreihe bis zur Schabracke fürs Pferd.

Marke CHIO wird unterstützt

Wie viel sich damit verdienen lässt, kann oder will die studierte Medienwirtschaftlerin nicht verraten. Klar ist aber, neben den finanziellen Aspekt trage das Sortiment vielmehr zur Marke CHIO bei, die durch entsprechend qualitativ wertvolle Artikel unterstützt werde, sagt die 35-Jährige.

Doch manchmal ist selbst das Wertvollste nicht wertvoll genug. „Einmal kamen wir mit einer Turnierbesucherin ins Gespräch, die sich unsere Schmuckkollektion ansah“, plaudert Sina Otten ein wenig aus dem Nähkästchen. Das sei ja alles sehr schön, habe sie gesagt. „Aber sie wollte es ein wenig anders.“ Also habe man gemeinsam mit einer Aachener Goldschmiedemeisterin Klaudia Magyar eigens ein Schmuckstück in Rosé-Gold entworfen, in dem sich das Logo und die CHIO-Farben wiederfanden und das mit Edelsteinen ausgestattet war . Kostenpunkt? „Es war wertvoll“, antwortet Sina Otten.

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