China: Aachenerin tritt zur "Miss World"-Wahl an

Sie ist bereits Miss Germany : Aachenerin will in China „Miss World“ werden

Wenn andere den Löffel abgeben, wartet sie hinterm Rampenlicht. Als Assistentin der Kochshow „The Taste“ ist Christine Annabelle Keller aus Aachen derzeit im deutschen Fernsehen zu sehen. Aus dem Hintergrund rückt sie nun in den Fokus. Die 24-Jährige ist nämlich die amtierende Miss Germany (World) 2018 und kämpft derzeit im chinesischen Sanya um die Krone der „Miss World“.

118 Mädchen – viele gerade erst 18, die älteste 28 Jahre alt – stellen sich seit Tagen den Vorausscheidungen in der südchinesischen Bademetropole. Am 8. Dezember geht dort das Finale der Wahl zur „Miss World 2018“ über die Bühne. Petra Schürmann gewann den Titel als erste Deutsche im Jahr 1956, Gabriella Brum folgte 1980 – gab Krone und Schärpe aber schon am Folgetag aus persönlichen Gründen zurück.

Posiert gerade in China: Die Aachenerin Christine Annabelle Keller (24) - amtierende "Miss Germany" - tritt unter 118 Kandidatinnen aus aller Welt bei der Wahl zur "Miss World" an. Foto: Keller

Nun folgt die 68. Auflage der Miss-Wahl, zum wiederholten Mal ist der Austragungsort China. Früher lange London, zwischendurch Südafrika. Da, wo die Hauptsponsoren zu Hause sind, reisen die schönsten Mädchen der Welt an. Darunter Christine Annabelle Keller. „Ich bin in Aachen geboren, aufgewachsen, zur Viktoriaschule gegangen, bevor ich mein Abitur am Abendgymnasium gemacht habe“, erzählt sie. „Meine Familie, meine Freunde – alle sind in Aachen, das ist meine Heimat, die ich gerade total vermisse“, sagt die junge Frau. Die sich wundert, dass sie in einschlägigen Foren im Internet wahlweise als Berlinerin, Düsseldorferin oder Kölnerin geführt wird. Wobei manches erklärbar scheint. „Ich besuche seit einiger Zeit die Theaterakademie in Köln, will Schauspielerin werden“, verrät sie. Und ihre Kür zur Miss Germany (World) fand in Düsseldorf statt. Wobei durchaus Verwechslungsgefahr mit der Miss Germany besteht, die seit Jahren im Europapark Rust von der Organisation MGC bestimmt wird.

Sie spielt gerne eine Rolle

„In andere Rollen zu schlüpfen, war schon immer meine heimliche Leidenschaft. Jetzt kann ich das mehr und mehr ausleben“, sagt die junge Frau. Seit drei Jahren ist sie als Teilzeitmodel unterwegs, absolviert Fotoshootings, steht auf dem Laufsteg – oder eben im Hintergrund vor der Fernsehkamera. „Überall spielt man Rollen vor dem Objektiv, das sind tolle Erfahrungen, auch wenn ich bei ‚The Taste’ nur einen Löffel mit den Kochkreationen der Kandidaten vor der Jury von rechts nach links trage. Es ist spannend, solch eine komplexe Fernsehproduktion zu erleben. Man hält die Augen auf und lernt. Und das macht mir Spaß“, erzählt sie munter am Telefon. Denn sie ist gerade 9343 Kilometer Luftlinie von Aachen entfernt. Während hier die Aufzeichnung von „The Taste“ über die deutschen Bildschirme flimmert, lächelt Christine Annabelle Keller live im chinesischen Fernsehen.

In den Vorausscheidungen werden telegen nach einem extrem komplizierten System Punkte verteilt: für die besten Tänzerinnen, Sängerinnen, für landestypische Kostüme etc. der „Miss World“-Kandidatinnen. Heute geht die Deutsche mit ihren Konkurrentinnen Golf spielen. „Das habe ich mit meinem Vater mal gemacht, das sollte besser als der Gesangswettbewerb laufen“, lacht sie. Die 24-Jährige, die immer gern gereist ist, nimmt alles neugierig mit. Und alle dürfen es sehen. Zum Beispiel auf ihrem Instagram-Account.

Da sieht man sie dann solo und zwischen den Bewerberinnen aus aller Welt: von A wie Albanien mit Kandiatin Nikita Preka bis Z wie Zimbabwe mit Belinda Potts. Alle wurden in nationalen Ausscheidungen auserwählt. Wie in Deutschland. Hier hat gerade der sogenannte Lizenzgeber für den Titel „Miss Germany World“ gewechselt. Nicht zu verwechseln mit „Miss Deutschland“. Auch diese Lizenz ist eine ganz andere. Und die Titelträgerin deshalb auch nicht teilnahmeberechtigt bei der anstehenden „Miss World“-Wahl.

Zur Kür gehört auch soziales Engagement

Und der Weltfrieden? Die Sehnsucht nach Worthülsen, die zwischen Bikini-Präsentation und Abendkleid auf der Bühne abgefragt werden, um die Fokussierung auf reine Schönheitsideale zu kaschieren, bleibt bestehen. Bloß: Christine Annabelle Keller aus Germany sieht das gelassen. Blond, 1,78 Meter groß, Konfektion 34-36, Maße 84-62-89, Schuhgröße 39 – die „technischen Daten“ bei Models sind kein Geheimnis. Und natürlich bei Modepräsentationen Pflicht. Zur Kür gehört, auch das räumt die Aachener Kandidatin auf Nachfrage ein, soziales Engagement: „Ja, ich habe in Seniorenheimen gearbeitet. Und ja, ich habe auch beim bayrischen Roten Kreuz gejobbt“, sagt das Model. „Aber ich möchte das wirklich nicht überbetonen, es geht um die Wahl zur Miss World“, konstatiert sie.

Foto-Shooting in Aachen: Christine Annabelle Keller durch das Objektiv von Frank Kind. Foto: Frank Kind

In den kommenden Tagen wird die Choreografie zur großen Show einstudiert. Auch das liegt dem Yoga-Fan Christine Annabelle Keller. Es wird deutlich komplizierter als ihre Auftritte bei „The Taste“. Aber mindestens so geschmackvoll.

Mehr von Aachener Nachrichten