Aachen: Chancen auf viel Fachpersonal: Karriereportal der Stadt ist online

Aachen : Chancen auf viel Fachpersonal: Karriereportal der Stadt ist online

Bei der Berufsfeuerwehr Aachen und im Bereich der Kindertagesstätten ist die Not am größten. Genauer: die Personalnot. Denn viele Stellen sind unbesetzt.

Rund 60 allein bei der Feuerwehr und noch mal 30 in den städtischen Kindertagesstätten. Fachpersonal fehlt an allen Ecken, aber auch Azubis und Praktikanten werden „händeringend gesucht“ wie Stadtsprecher Bernd Büttgens sagte. Dagegen möchte die Stadt Aachen nun etwas unternehmen. Ganz offensiv und mit vielen kleinen Details, die die Jobsuche noch interessanter gestalten sollen.

Seit Dienstag ist das neue Karriereportal der Stadt Aachen online, das Büttgens, Oberbürgermeister Marcel Philipp und Personaldezernent Markus Kremer in einer Pressekonferenz vorstellten. Das Portal, das unter www.aachen.de/karriere im Internet aufzufinden ist, ist intuitiv und modern gestaltet, Mitarbeiter erklären in kurzen Videos, weshalb sie ihren Job bei der Stadt Aachen als Traumjob bezeichnen würden, was sie an ihren Kollegen schätzen und wie sie Aachen generell finden.

Interessierte können sich ganz einfach durch die einzelnen Rubriken klicken und finden Jobangebote in den Kategorien „Berufserfahrene“, „Berufseinsteiger“, „Duales Studium“ und „Ausbildung“. Außerdem zählt die Stadt dort Gründe auf, weshalb es sich lohnt, bei der Stadt zu arbeiten und erklärt zudem, wofür die einzelnen Betriebe und Fachbereiche eigentlich stehen und woran sie arbeiten. „Wir wollen damit neue Wege gehen“, sagte OB Philipp. Schließlich mache der demografische Wandel und der Fachkräftemangel auch vor städtischen Einrichtungen keinen Halt.

Daher hat die Verwaltung ein umfangreiches Konzept zur Personalgewinnung erarbeitet, das auch politisch beschlossen ist. Es umfasst insgesamt rund 200 Maßnahmen — das Karriereportal ist eine davon. „Wir bewegen uns in eine neue Welt damit“, sagte Philipp. Eine neue, noch digitalere Welt, die aufzeigen soll, dass es eine gute Perspektive sein könne, bei der Stadt Aachen zu arbeiten. Und dort solle laut OB und Personalderzernent Kremer auch nichts beschönigt werden. „Die Welt, die wir dort darstellen, ist auch die Welt, in der wir leben“, so der OB. Das heißt: Es gibt unter anderem Rechenbeispiele, die erklären, wie viel Gehalt am Ende des Monats wirklich auf dem Konto landet. „Es muss authentisch sein“, sagte Kremer.

Daher habe die Stadt das Portal auch ganz bewusst nicht Stellenportal, sondern Karriereportal genannt. „Wir wollen Menschen langfristig an uns binden. Fast alle Stellen werden unbefristet vergeben und auch der Verdienst muss natürlich stimmen“, so Kremer. So kommen Auszubildende bei der Feuerwehr laut Kremer auf etwa 1900 Euro Nettogehalt. „Das ist vielleicht auch ein Anreiz“, sagte der Personaldezernent.

Über 5100 Menschen scheint es immerhin schon bei der Stadt Aachen zu gefallen. Denn so viele Mitarbeiter gibt es bereits. Doch es gebe auch zwischen 250 und 300 Stellen jährlich, die für Fluktuation sorgen. Immer mal wieder kündige jemand oder gehe in den Ruhestand. Daher lohne es sich, das Portal regelmäßig zu besuchen. Die Bewerbungen können dann online, per E-Mail oder auch klassisch per Post eingereicht werden.

Für das neue Portal nimmt die Stadt rund 50.000 Euro jährlich in die Hand. „Geld, das sich lohnt“, so der OB. Denn damit investiere man schon jetzt in die Zukunft.

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