Büchel-Pläne: CDU-Vorstoß stößt auf wenig Gegenliebe

Büchel-Pläne : CDU-Vorstoß stößt auf wenig Gegenliebe

Denkbar reserviert hat nicht nur die SPD auf den Vorstoß der CDU zur künftigen Büchel-Bebauung reagiert, deutliche Kritik kommt nunmehr auch von der Opposition. „Kontraproduktiv“ nennt die Linke das Vorpreschen einzelner Fraktionen „mit unausgegorenen Ideen“.

Auch die Grünen und die FDP verweisen auf eine Absprache, wonach das Thema erst im Mai im Planungsausschuss näher erörtert werden soll.

So habe es Harald Baal, der sowohl den Vorsitz der CDU-Fraktion als auch den des Planungsausschusses innehat, selbst vorgeschlagen, heißt es auf Seiten der Opposition. Umso größer sei das Erstaunen gewesen, dass Baal bereits in der vergangenen Woche die von der CDU favorisierten Pläne vorstellte, die anstelle des Büchel-Parkhauses nun einen Neubau für Volkshochschule und Stadtbibliothek vorsehen.

Voreilig fand das auch ein erkennbar verärgerter Koalitionspartner. Die SPD-Spitze reagierte umgehend und bezeichnete diese in ihren Augen „halbgare Idee“ nur als eine Option von vielen. Fraktionschef Michael Servos betonte zugleich, dass Entscheidungen zum Büchel möglichst einhellig getroffen werden sollten, da sie auch die nächste Wahl überdauern müssten.

Dies fordern jetzt auch die Linken ein. „Interfraktionell muss man jetzt so schnell wie möglich an einen Tisch kommen, um im breiten Konsens endlich die Zukunft eines Bereichs von zentraler Bedeutung für die Aachener Innenstadt voranzutreiben“, heißt es in ihrer Pressemitteilung. Zugleich verweisen sie auf den seit Ende 2015 vorliegenden Wettbewerbsentwurf des Architekturbüros Chapman Taylor, an dem man sich sinnvollerweise weiterhin orientieren sollte. Er sieht insbesondere eine der Altstadtarchitektur angepasste „kleinteiligere Bebauung“ mit neuen Gassen, einem Platz und viel neuem Wohnraum vor.

An diesen städtebaulichen Entwurf erinnert auch Grünen-Planungspolitiker Michael Rau. „Daran wollen wir festhalten“, sagt er, ohne sich ansonsten schon näher mit den Büchel-Planungen befassen zu wollen. „Wir haben noch nicht weiter beraten“, sagt er und verweist ebenfalls auf die Mai-Sitzung des Planungsausschusses. Klar ist aber, dass auch die Grünen einer kleinteiligeren Bebauung den Vorzug vor einem großen Baukörper geben wollen, wie ihn die CDU augenscheinlich favorisiert.

Ähnlich sieht es Christoph Allemand von der UWG. Es gebe einen „prämierten, abgestimmten und von allen Seiten akzeptierten“ Entwurf, der nun nicht zerredet werden sollte, sagt er. Seine Hoffnungen ruhen nun auf einen neuen starken Planungsdezernenten, damit diese Pläne weiterverfolgt werden.

Derweil kann sich FDP-Fraktionschef Wilhelm Helg persönlich einen Umzug von VHS und Stadtbibliothek an den Büchel durchaus vorstellen. Allerdings sagt auch er, dass dies erstmal nur eine Idee von vielen ist. Die FDP hat einen fraktionsinternen Arbeitskreis gegründet, der sich in den kommenden Wochen intensiv mit dem Thema Büchel beschäftigen soll. Dem Ergebnis will Helg nicht vorgreifen.

Die neue Diskussion über die Büchel-Sanierung hat sich nach dem Rückzug der beiden Aachener Großinvestoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren aus dem Altstadt-Projekt ergeben. Beide haben der Stadt den Kauf strategisch wichtiger Grundstücke angeboten, um die Sanierung des Quartiers in Eigenregie vorantreiben zu können. Die Ratsmehrheit denkt dafür unter anderem über die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft nach.

(alp/gei)
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