Aachen: CDU: Viel Wirbel um die Windkraft

Aachen: CDU: Viel Wirbel um die Windkraft

Dass es ohne Proteste nicht abgehen wird, war jedem klar. Dass der Gegenwind so früh einsetzt, überrascht nun selbst die CDU. Die Suche nach neuen Standorten für die riesigen Rotoren sorgt vor allem bei den Christdemokraten für erste Verwirbelungen.

Sowohl im Nachbarort Roetgen als auch im Stadtbezirk Walheim formiert sich der Widerstand gegen einen möglichen Windpark im Münsterwald.

Noch reagiert CDU-Fraktionschef Harald Baal gelassen auf die Kritik aus den eigenen politischen Reihen, doch das könnte sich im Herbst ändern. Dann sollen die Gutachten zu den potenziellen Standorten für neue Windkrafträder im Stadtgebiet vorliegen - und spätestens dann gilt es, Farbe zu bekennen und in der Bevölkerung um Zustimmung zu ringen.

In Betracht kommen derzeit vor allem Flächen im Aachener Norden - unter anderem im Bereich des Gewerbegebiets Avantis - und im Münsterwald links und rechts der Himmelsleiter. Schon hat sich dort die Stawag die entsprechenden Flächen gesichert, auf denen bis zu zehn Windräder aufgestellt werden könnten. Sie sollen zur neuen leistungsstarken Generation (bis zu vier Megawatt Nennleistung) gehören und werden daher entsprechend dimensioniert sein: jedes einzelne ist etwa 160 Meter hoch.

Nicht zuletzt deswegen haben sich bereits FDP- und CDU-Vertreter in Roetgen gegen die Anlagen ausgesprochen, die quasi am „Tor zur Eifel” errichtet und die „Landschaft nachhaltig verschandeln” würden, wie der Roetgener CDU-Fraktionschef Michael Seidel meint. „Die Roetgener Kollegen haben in der Beurteilung des Landschaftsbildes eine andere Meinung als wir”, kontert Baal, der Windräder „mitten im Wald” für eher „unproblematisch” hält. Doch nicht nur die Roetgener haben eine andere Meinung, auch die Walheimer Parteifreunde sind skeptisch, wie Bezirksbürgermeister Eberhard Büchel (CDU) bestätigt. Einen Beschluss des örtlichen Parteivorstands gebe es noch nicht, aber die Bedenken seien groß.

Ärger nicht ausgeschlossen

„Es könnte eine heiße Debatte geben”, meint Büchel - insbesondere dann, wenn die Kritik aus Roetgen zunehmend auf Aachen überschwappt. „Die Leute werden langsam hellhörig”, so Büchel. Und wenn sie erstmal realisieren, wie hoch die Windräder werden sollen, „könnte es schon Ärger geben”. Stellung beziehen will die Walheimer CDU jedoch erst, wenn die Gutachten vorliegen. So erwartet es auch Baal: „Das Verfahren ist bei weitem nicht abgeschlossen”, sagt er. Die Beschlusslage über den Ausbau der Windenergie aber sei eindeutig und im Koalitionsvertrag mit den Grünen auch grundsätzlich festgehalten.

Die Grünen verweisen ebenfalls auf einen „klaren Fahrplan”: Erst prüfen die Gutachter, dann werde entschieden. Das Ziel formuliert Fraktionsgeschäftsführer Helmut Ludwig: „Ab 2013 sollen sich die Propeller drehen, und zwar möglichst viele.”

Rückendeckung gibt bislang auch die SPD, die mit den Standorten Avantis und Münsterwald keine Probleme hätte. Auch die Kollegen aus den Bezirken hätten sich bislang nicht ablehnend geäußert, so SPD-Fraktionschef Heiner Höfken. Damit hat er eine Sorge weniger als sein CDU-Kollege.

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