Aachen: CDU und SPD fürchten um die Einkaufsstadt

Aachen : CDU und SPD fürchten um die Einkaufsstadt

Die Koalitionsparteien haben schnell reagiert auf die Anordnung aus Köln: Weil am 1. Dezember auch in Aachen eine Umweltzone eingerichtet werden muss und danach nur noch Kraftfahrzeuge mit „grüner Plakette“ in die Innenstadt fahren dürfen, haben CDU und SPD ein Paket voller Sofortmaßnahmen geschnürt.

In erster Linie sollen „die negativen Auswirkungen für den Einzelhandel und die Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt Aachen so gering wie möglich gehalten werden“, teilen die beiden Fraktionsvorsitzenden Harald Baal (CDU) und Michael Servos (SPD) sowie die mobilitätspolitischen Sprecherinnen der Fraktionen Gaby Breuer (CDU) und Ye-One Rhie (SPD) mit.

So müsse in den nun bevorstehenden Verhandlungen mit der Bezirksregierung Köln unbedingt erreicht werden, dass die Park-and-Ride-Parkplätze im Bereich Krefelder Straße, Berliner Ring/Jülicher Straße, Vaalser Straße und Monschauer Straße sowie die von der Apag bewirtschafteten Parkmöglichkeiten am Uniklinikum und am Tivoli von der Umweltzone ausgenommen werden. Denn nur so könnten auswärtige Gäste die Innenstadt auch nach Einführung der Umweltzone ohne Plakette erreichen.

Zudem müssten die Nachbarn in Belgien und den Niederlanden schnell und umfassend informiert werden, wie sie in den kommenden Monaten möglichst ohne bürokratischen Aufwand die erforderliche „grüne Plakette“ erhalten können. CDU und SPD schwebt vor, dass in Kooperation mit den euregionalen Kommunalverwaltungen, dem städteregionalen Straßenverkehrsamt und dem Märkte- und Aktionskreis City (MAC) in der Innenstadt und der Euregio Ausgabestellen für die Plaketten eingerichtet werden.

Und nicht zuletzt erwägt die große Aachener Koalition auch juristische Schritte gegen die Umweltzone: Die Verwaltung soll schnellstmöglich prüfen lassen, inwieweit eine Klage Aussicht auf Erfolg habe.

CDU und SPD bedauern die Entscheidung der Bezirksregierung Köln, weil die Umweltzone einerseits „die teils gravierenden Luftbelastungen nur sehr eingeschränkt reduzieren kann“ und Aachen als „Knotenpunkt der Euregio-Maas-Rhein“ andererseits auch in Zukunft „auf den wirtschaftlichen und touristischen Austausch mit den niederländischen und belgischen Nachbarn angewiesen“ ist.

„Falscher Weg“

So sieht es auch MAC-Geschäftsführer Manfred Piana. Er befürchtet, dass geplante groß angelegte Marketingaktionen, in deren Mittelpunkt die Attraktivität der „Einkaufsstadt Aachen“ steht, im Sande verlaufen könnten: „Die Einführung der Umweltzone ist der falsche Weg. Für den Handel ist sie ganz schlecht!“

Auf der einen Seite sollen der örtliche Einzelhandel gestärkt und mit der Eröffnung des Shopping-Centers „Aquis Plaza“ vor Weihnachten das Einkaufen in Aachen attraktiver werden, während auf der anderen Seite zur fast gleichen Zeit den Besuchern aus Nachbarländern die Tür zugeschlagen werde und sie ohne Eintrittskarte nicht mehr in die Stadt fahren dürften, sagt Piana.

„Belgier und Niederländer, die spontan hier shoppen wollen, und keine Plakette haben, werden möglicherweise nicht mehr kommen.“ Die neue Problemlage betreffe nicht nur den Handel, sondern auch Hoteliers und Gastronomen. Pendler seien weniger eine Problemgruppe, vermutet Piana. Es gehe jetzt vielmehr darum, die Einkaufswilligen aus den Nachbarländern nicht zu verlieren.

Eine probate Lösung könne er so schnell nicht vorlegen. Wichtig sei es, die von CDU und SPD aufgestellte Forderung, bestimmte Park-and-Ride-Parkplätze aus der Umweltzone fernzuhalten, auch durchzusetzen.

Wie allerdings die Besucher aus den Nachbarkommunen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und den Provinzen Lüttich und Limburg umfassend über die Aachener Umweltzone informiert werden könnten, mochte der MAC-Geschäftsführer „spontan“ nicht kommentieren.

(akai)