Aachen: Carnevale: Wechsel der Location kann Partystimmung nicht trüben

Aachen: Carnevale: Wechsel der Location kann Partystimmung nicht trüben

„Alaaf d’r Öcher Schäng“, singen die Damen der ersten Reihe die Texte der vergötterten vier Amigos lauthals mit. Hinter ihnen: Der ganze Raum tanzt, jubelt, trällert — Karnevalsstimmung in Perfektion. Es ist dieser ganz besondere Abend, der aus den vielen Aachener Karnevalsfeten nicht mehr wegzudenken ist, die Carnevale.

Nicht nur Niki Küch, Hauptorganisator und Moderator der Veranstaltung, schien ein wenig aufgeregt vor der Veranstaltung, sondern auch der eine oder andere der rund 2000 Gäste arbeitete fleißig auf diesen Tag hin. „Wir haben die letzten fünf Tage rund um die Uhr an unseren Kostümen genäht“, sagt Denise Gerick-Hautvast, die mit ihrer Schwester im Partnerkostüm Feuer und Wasser wurde. „Wir kommen schon seit vielen Jahren und dieses Mal ist es wirklich toll“, sagt sie. Auch die Schwestern waren unter den Damen der ersten Reihe: „Wir können die Texte aller Alben der vier Amigos auswendig“, lacht Denise Gerick-Hautvast.

Dieses Jahr präsentierte sich die Karnevalsfete unter dem Motto „Feuer, Wasser, Erde, Luft — Das fünfte Element“ in der neuen Location, der Großraumdiskothek Starfish. Nicht nur die große Masse an „über 18-Jährigen und junggebliebenen Karnevalisten“, wie Küch es ausdrückt, feierte in ihrem Karnevalselement, sondern auch das Carnevale-Team bewies Kreativität. Die ehemalige Eisenbahnwaggonfabrik war kaum wiederzuerkennen, mit solch großer Mühe und Vielfalt hatte das Team sie bis ins kleinste Detail geschmückt.

Vor der Diskothek begrüßte der große Carnevale-Wagen, innen stand jeder Raum im Zeichen eines anderen Elements, und die Bühne glänzte mit abwechslungsreichen Auftritten von DJ Enrico Ostendorf, über den hochkarätigen DJ von Michael Mind Project bis hin zu fetzigen Tanzauftritten der Tanzgruppe TN Boom und seiner Tollität Thomas II.

Der Wechsel der Location erfolgte aus infrastrukturellen Gründen, hatte das Carnevale-Team die letzten Jahre doch immer einen großen Aufwand betreiben müssen, um die Albert-Vahle-Halle herzurichten. „Wir mussten den Boden verlegen, die Bühne aufbauen, Heizen und die ganze Technik machen“, nennt Küch ein paar Beispiele des organisatorischen Aufwands. Deswegen habe man nach einem Ort gesucht, wo sonst keine Karnevalsveranstaltungen stattfänden, aber die Gegebenheiten stimmen.

Nach der Party wirkt er erleichtert: „Das Starfish und alle Räume wurden gut angenommen, von der Party bin ich einfach nur begeistert!“. Unter den Gästen fand man zwar gemischte Meinungen zu der neuen Location, „die Masse verläuft sich nicht so“, lobt etwa Denise Gerick-Hautvast. „Durch die vielen Räume verläuft sich die Party schon und es kommt nicht so gute Stimmung auf“, schmunzelt hingegen Abiturientin Anne Hillebrand. Trotzdem traf der Ausruf „Party, Party, Party!“ des Moderators genau ins Schwarze, denn eines war offensichtlich: Die Narren feierten bei der „Stehung“ ohne Unterlass bis in die frühen Morgenstunden.

Große Vielfalt

Besonders stolz zeigte sich das Carnevale-Team auch auf die alljährliche, große Kostümvielfalt, die auch dieses Jahr nicht ausblieb. Passend zum Motto waren etwa Flammenköniginnen mit Feuerlöschern oder die Elemente in allen Variationen anzutreffen, aber auch Tim und Struppi und Kapitän Haddock, Thor, eine Gruppe hübscher Pfauen oder „Zombie Clowns“ waren unter den Feierwütigen.

„Es gab wirklich wieder tolle Kostüme“, sagt auch Charlotte Dahmen, Jurymitglied des Kostümwettbewerbs. „Wir achten natürlich auf Kreativität und Individualität“, fügt sie hinzu. Deswegen wählten sie als Siegerin die schöne Elfe Janina Cüpper aus. Sie gewann ein Wochenende in einem Holiday-Inn Hotel ihrer Wahl in Deutschland. „Das Kostüm war wirklich wunderschön, vor allem das Kleid war sehr außergewöhnlich“, sagt Dahmen.