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Streit um Aachener Suchthilfe: Caritas fühlt sich „auf die Straße gesetzt“

Streit um Aachener Suchthilfe : Caritas fühlt sich „auf die Straße gesetzt“

Über den weiteren Verbleib des Tagesangebots der Suchthilfe in St. Peter hat sich zwischen der Stadt Aachen und der Caritas ein heftiger Streit entzündet.

Die Ankündigung der Stadt, die finanzielle Unterstützung des Interimsquartiers zur Betreuung von Suchtkranken und Wohnungslosen in St. Peter ab sofort einzustellen, sorgt bei der Aachener Caritas für heftige Empörung.

Mangels Alternative müsse das Angebot in der Pfarrkirche am Bushof mindestens bis zum Herbst aufrechterhalten werden, heißt es dort mit Nachdruck. Es könne nicht angehen, „dass wir jetzt plötzlich selbst auf der Straße stehen“, kritisiert Caritas-Geschäftsführer Bernhard Verholen. Bei einer Videokonferenz Ende Mai sei dem Verband als Träger der Suchthilfe „praktisch die Pistole auf die Brust gesetzt worden“. Mindestens bis zum Herbst sei man aber de facto gezwungen, am derzeitigen Standort in St. Peter zu bleiben. Dies sei auch mit der Pfarre so abgestimmt. „Wir haben derzeit keine Alternative“, sagt Verholen. Denn am angestammten Standort Kaiserplatz stünden nach wie vor keine geeigneten Räume zur Verfügung.

Gemeinsam mit der Stadt habe man seit langem ein adäquates neues Quartier in den Blick genommen, das voraussichtlich im Herbst bezogen werden könne.

OB-Referent Helmut Ludwig verweist dagegen darauf, dass die Pfarre St. Adalbert am Kaiserplatz inzwischen ein ehemaliges Ladenlokal zur Fortführung des niedrigschwelligen Suchthilfeangebots bereitgestellt habe. „Es gibt einen politischen Konsens, dass die dezentrale Struktur von Sucht- und Wohnungslosenhilfe weiter aufrechterhalten werden soll“, unterstreicht Ludwig.

(mh)