Aachen: Camp mit internationalen Jugendlichen brachte für alle wichtige Erkenntnisse

Aachen : Camp mit internationalen Jugendlichen brachte für alle wichtige Erkenntnisse

„Viele Herausforderungen, aber ein riesiger Erfolg!“, so beschreibt Projektleiter Tom Reissen das zweite Internationale Friedenscamp. In den letzten sieben Tagen fanden sich etwa 60 Jugendliche aus vielen verschiedenen Nationen zusammen, um sich kennen zu lernen und über das Thema Frieden zu reden.

Gelebt haben die Jugendlichen auf dem Gelände des Jugend- und Begegnungshauses (JuB) in Aachen-Brand in Zelten. „Gerade das Campen war das Besondere an dem Friedenscamp. Die einzelnen Gruppen konnten sich so völlig durchmischen“, freut sich Franzsika Bergrath, Projektassistentin der Bürgerstiftung Aachen.

Abschlussveranstaltung des 2. internationalen Friedenscamps Aachen: Im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Aachen-Brand fand die Projektvorstellung Tanz statt. Foto: Roeger

Wenn eine Woche lang viele unterschiedliche Jugendliche aufeinander kommen, bleiben Konflikte in der Regel nicht immer aus. „Die Konflikte waren auch sehr hilfreich. Wir sind hier, um aktiv am Frieden zu arbeiten. Den kann man aber nur erreichen, indem man weiß, wie man die Konflikte löst“, sagt Bergrath.

Auch Schüler Florian Roth ist begeistert von den letzten Tagen. Er ist einer der zwei Schüler der Gesamtschule Brand, die an dem Camp teilgenommen haben. „Die Integration funktioniert nur durch einen Dialog, deswegen waren gerade Konfliktlösungen sehr wichtig. Ich habe jetzt einen völlig anderen Blick auf den Frieden.“ Vorher sei er für ihn selbstverständlich gewesen, jetzt verstehe Florian aber auch, was es gerade für die Geflüchteten bedeute, fremd zu sein.

Während des Camps haben sich die Jugendlichen in verschiedene Gruppen aufgeteilt, in welchen sie eine Woche lang an einem Projekt gearbeitet haben. Hier standen Theater-, Graffiti-, Tanz-, Skulptur-, Dokumentations-, oder Musikworkshops zur Auswahl. Die Ergebnisse präsentierten die Jugendlichen dann bei der Abschlussveranstaltung des Camps. Hier merkte man sofort, wie glücklich alle über den Erflog des Friedenscamps waren.

Workshop Tanz

Die Ergebnisse der Workshops verdeutlichen alle das Thema Frieden. So wurde aus Ton eine Hand, die ein Peace-Zeichen zeigt, erstellt. Der Workshop Tanz präsentierte seinen Ausdruckstanz, der geprägt war vom Miteinander und der Nähe zueinander.

An der Außenwand der Schule hatte der Graffiti-Workshop viel Platz, um sich künstlerisch auszutoben. Hier wurde eine ganze Wand gestaltet mit Peace-Zeichen, verschiedenen Flaggen und Sprüchen in unterschiedlichen Sprachen.

Amra, Teilnehmerin im Graffiti-Workshop, sprach kein Deutsch, konnte sich aber verständigen: „Obwohl jeder eine andere Sprache spricht, haben wir uns immer verstanden. Wir haben sehr viel voneinander gelernt.“ Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren unter anderem Schüler aus Syrien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Griechenland, Rumänien und Belgien.

Zum krönenden Abschluss wurde die Gesamtschule Brand von Hans-Joachim Geupel von der Bürgerstiftung Lebensraum mit dem Titel „Friedensschule“ ausgezeichnet. „Das Gefühl des Friedens ist in dieser Schule besonders ausgeprägt“, so Hans-Joachim Geupel. Insofern kann die Stiftung wohl sicher sein, mit der Gesamtschule Aachen-Brand die richtige Wahl getroffen zu haben.

Informationen zur Bürgerstiftung Lebensraum: Die Bürgerstiftung „Lebensraum Aachen“ ist eine Gemeinschaftsstiftung von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Raum Aachen. Sie will erreichen, dass Einzelpersonen und Wirtschaftsunternehmen mehr Mitverantwortung für die Gestaltung ihres Gemeinwesens übernehmen und Kräfte für Innovationen mobilisieren.Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit liegt auf der Hilfe zur Selbsthilfe, indem die Stiftung durch materielle, ideelle und methodische Unterstützung zu Engage­ment von Bürgerinnen und Bürgern „anstiftet“. www.buergerstiftung-aachen.de

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