Camp Hitfeld: Stadt Aachen und Landmarken AG wollen sich einigen

Camp Hitfeld : Streitende Parteien suchen außergerichtliche Lösung

In dem seit mehr als einem Jahr schwelenden Streit um das Zugriffsrecht auf die Militärbrache Camp Hitfeld zeichnet sich eine außergerichtliche Lösung ab.

Die Aachener Projektentwicklungsgesellschaft Landmarken AG und der Oberbürgermeister der Stadt führen Gespräche, um sich außerhalb des Gerichtssaals zu einigen, bestätigten Sprecher beider Seiten.

Keine Auskünfte gibt es jedoch dazu, wie nahe man einer Lösung ist und wie diese überhaupt aussehen könnte. „Das Ganze ist noch im Fluss, das können wir nicht kommentieren“, teilte Stefan Herrmann vom städtischen Presseamt auf Anfrage mit. Auch Landmarken-Pressesprecher Kolja Linden sagte, dass er zurzeit keine Einzelheiten mitteilen könne.

Das ehemalige Belgier-Camp im Aachener Süden wird von der Stadt inzwischen als wichtigste und größte Reservefläche für Gewerbeansiedlungen gesehen. Nicht zuletzt im Zuge der Diskussionen über den neuen Flächennutzungsplan der Stadt ist das Interesse an dem insgesamt knapp 38 Hektar großen und seit mehr als einem Vierteljahrhundert brachliegenden Areal gewachsen.

Außerdem ist Camp Hitfeld derzeit als möglicher Standort für eine dringend benötigte neue Feuerwache für den Aachener Süden im Gespräch.

Bereits im November 2017 hatte eine Tochter der Landmarken AG das lange Zeit  schwer verkäufliche  Gelände zum Schnäppchenpreis von 1,90 Euro pro Quadratmeter gekauft.   Hohe Gewinne durch erwartete Wertsteigerungen waren wohl schon damals eingepreist. Denn schon seinerzeit kursierten  Überlegungen, die Wassergewinnung im dortigen Eicher Stollen aufzugeben, was wiederum Voraussetzung für größere Bautätigkeiten und die Entwicklung eines rund 26 Hektar großen Gewerbegebiet am Augustinerwald ist. Die übrige Fläche ist für Ausgleichsmaßnahmen, also etwa Baumpflanzungen, vorgesehen.

Nur kurze Zeit nach dem Kauf machte die Stadt auf Druck der Politiker ein Vorkaufsrecht geltend, um das Gelände in Eigenregie zu entwickeln. Dagegen wiederum hat die Landmarken AG beim Verwaltungsgericht Klage eingereicht. Die Entscheidung steht aus, ein Gerichtstermin ist bislang  noch nicht angesetzt worden.   Auch führende Planungspolitiker wie Harald Baal (CDU) und Norbert Plum (SPD) warten seitdem auf neue Informationen zum Stand der Dinge. Über eine Einigung, wie immer sie am Ende aussehen könnte, müssten Planungsausschuss und Rat nicht nur informiert werden, beide Gremien müssten auch zustimmen.

Denn noch gilt der politische Auftrag, die gesamte Fläche in städtischen Besitz zu bringen. Ein Entgegenkommen, um Landmarken zur Rücknahme der Klage zu bewegen, ist bislang nicht vorgesehen.

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