Aachen: Caline Strack vom „Barrierefreien Bauen“ prangert Zustände an

Aachen: Caline Strack vom „Barrierefreien Bauen“ prangert Zustände an

Caline Strack war ratlos ob des miesen Wetters am Dienstag. Denn die Vorsitzende der Kommission „Barrierefreies Bauen“ wollte öffentlich demonstrieren, wie Barrieren die Wege von Menschen mit Behinderung im alltäglichen Leben erschweren. Das ist eigentlich nichts Neues für die Kommission.

Doch jetzt geht es um ein Thema, das eigentlich nur bei schönem und warmen Wetter so richtig hinderlich wird. Denn zur Sommerzeit kämpfen insbesondere sehbehinderte Menschen, Rollatorennutzer und auch E-Rollstuhlfahrer mit Einrichtungen der Außenga­stronomie im Allgemeinen. Im Besonderen aber die Sehbehinderten mit jenen Tischen und Stühlen, die mitten auf den Gehwegen und damit auch auf dem in die Bürgersteige eingebrachten Leitsystem für Sehbehinderte stehen — und dort natürlich abrupt die Orientierung der Passanten unterbrechen.

Dass sie dort stehen, das ist beileibe kein Wildwuchs. Die Behörden haben das alles genehmigt. Und gerade auf dieses Problem, so berichtete Caline Strack Dienstag vor Ort an einem Beispiel auf der Schlossstraße, hatte die Kommission auch den Vertreter der Blindenvereinigung, Jörg Sachse Schüler, bereits länger hingewiesen. „Wir haben bereits vor mehr als einem Jahr, ich meine, es war der 5. August, der Stadt klar gemacht, dass wir diese Platzierung des Leitsystems genau aus diesen Gründen nicht wollen und dass dies, wenn schon vorhanden, wieder geändert werden muss.“

Es sei ein Unding, dass das Zustellen des offiziellen Leitsystems offiziell genehmigt werde. Die Schlossstraße sei nur ein Beispiel für das Problem, hier würden sogar einige Gastronomen bereits dazu übergehen, die Tische nicht mehr direkt an der Hauswand zu platzieren. So bleibt das Leitsystem frei. Aber es gebe weitere Konflikte in der Stadt, etwa am Boxgraben, in der Pontstraße oder der Lothringerstraße. Vermutlich nehme man nur allzu gerne die Einnahmen aus den nicht billigen Gebühren.

Über das Problem habe man bereits seit langem sowohl Oberbürgermeister Marcel Philipp als auch die zuständige Beigeordnete, Gisela Nacken, informiert. Das sei allerdings erfolglos geblieben, bedauerte Strack. Ihr Lösungsvorschlag sei im Übrigen seit langem bekannt: „Wir wollen das Leitsystem mittig im Bürgersteig, und dies etwa 60 Zentimeter von der Bordsteinkante entfernt.“

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