Aachen: Bunter Einsatz für das Kinderhort „RoKoKo“

Aachen: Bunter Einsatz für das Kinderhort „RoKoKo“

Ostviertel. Robert-Koch-Straße. Dominik Gaspers, 27, steht auf einer Leiter und pinselt frische, weiße Farbe über den morschen Türrahmen. Prüfend tupft er mit dem Pinsel über verschiedene Stellen. Alles gleichmäßig aufgetragen? Keine Stelle vergessen? Zufrieden schweift sein Blick dann über die studentischen Helfer. „Ohne die wären wir hier aufgeschmissen“, sagt Gaspers.

Für ihn ist die Renovierung des Kinderhorts „RoKoKo“ kein x-beliebiges Projekt zum Zeitvertreib. Jeden Tag geht der 27-Jährige hier ein und aus, normalerweise ist er der Horterzieher. Heute nicht. Heute streicht er Wände an.

Grüne und weiße Farbkleckse kleben auf seinem Ganzkörper-Maler-Anzug, in seinen blonden Haaren und auf seinem Gesicht. Gaspers hängt sich rein, er ist mit dem Herzen dabei.

Mit einer Kollegin und einer Handvoll ehrenamtlicher Studenten kümmert er sich um die rund 15 Kinder, die nach der Schule in den Hort kommen. Mehr als 80 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund und sind auf die Hausaufgabenbetreuung und Förderung des Hortes angewiesen. „RoKoKo“ ist neben den vielen Ganztagsschulen einer der beiden verbliebenen Horte in Aachen. „Wegen des sozialen Umfeldes ist der Hort hier besonders wichtig, die ganze Aktion wird uns weiterbringen“, ist Gaspers‘ Kollegin Julia Prys überzeugt.

Am Freitag hatten die Kinder selbst ihre Räume leer geräumt, Spielzeug in Kisten verstaut und dann den Studenten und Heimwerkern das Feld überlassen. Innerhalb eines Wochenendes verlegen sie jetzt einen neuen Boden in der 80 Quadratmeter großen Einrichtung und verpassen den Wände einen frischen Anstrich. Keiner von ihnen verdient an diesem Wochenende etwas, alle arbeiten auf freiwilliger Basis. Pinsel statt Party heißt das für die Studenten — alles für den guten Zweck. Bald sollen sogar noch neue Möbel und Spielsachen kommen.

Spenden gesammelt

Finanziert wird die Renovierung unter anderem durch den Stromriesen RWE, der mit seinem Programm „Aktiv vor Ort“ über einen Kontakt 2000 Euro für das Projekt zur Verfügung stellt. Die ehren-amtlichen, studentischen Helfer sammelten weitere 1300 Euro für die Renovierung, studentengemäß mit einer Halloween-Party. Organisiert wurde die Spenden- und Geldsammelaktion von der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG): „Wir wussten, dass das Geld bei ,RoKoKo‘ gut verwendet wird. Hier wohnen die ärmsten Menschen in Aachen, hier ist echte Not“, so Beate Engelhoven von der KHG.

Dominik Gaspers schaut noch schnell ins Spielzimmer, bevor er sich wieder seiner Wand und dem Farbeimer zuwendet. Er nickt zuversichtlich. Der Parkettboden macht gute Fortschritte. Bis Montag muss alles fertig werden — dann steht die große Feuertaufe an: 15 Kinder kommen. So wie jeden Tag.

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