Aachen: Bundestagswahl: Andrej Hunko tritt für die Linken an

Aachen : Bundestagswahl: Andrej Hunko tritt für die Linken an

Vor zehn Jahren hat Andrej Hunko den großen Schritt gemacht und ist der Partei „Die Linke“ beigetreten. So richtig selbstverständlich war das nicht im Jahr 2007, wo im Westen die Linke in der WASG („Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“), organisiert waren.

„Damals machten sich Oskar Lafontaine und Gregor Gysi stark für eine gemeinsame Linkspartei in Ost und West“, erinnert sich Hunko im Café „Last Exit“ an der Krakaustraße. Hier habe er immer den Wahlkampf eröffnet, erklärte Hunko die Ortswahl, und immer bei Sonnenschein.

Als der erste „Hartz-IV“-ler sei er übrigens in die sozialen Analen der Stadt Aachen eingegangen, so dass der Handwerkersohn fraglos den richtigen Platz in der Partei gegen den Sozialabbau fand. Heute ist Hunko angekommen in der Führungsriege der Linken als anerkannter Mann für europäische und internationale Politik. Er hat einen (sicheren) Platz 4 auf der Landesliste.

In Aachen, sein Vater hatte einen Druckereibetrieb, tritt Hunko als Direktkandidat des Wahlkreises Aachen I an und radelt nun schon seit mehr als einer Woche mit seinem knallroten Dreirad von Tür zu Tür. Um möglichst viele Prozente für seine Partei zu sammeln, beackert Hunko die Basisthemen seiner Partei: prekäre Arbeitsverhältnisse, Altersarmut, Sozialabbau und Mindestabsicherung. Denn die Linke sieht sich als die eigentliche Vertretung der Arbeiterschaft und eben jener Menschen, die größtenteils in „prekären Arbeitsverhältnissen“ ihr Geld verdienen müssen.

Gutes Beispiel: Österreich

„Wir haben heute mehr als eine Million Leiharbeiter oder Menschen mit Werkverträgen, also unsichere Arbeitsverhältnisse, die zudem noch schlechter bezahlt sind“, kratzt der Linke an dem bundesdeutschen Wohlstandslack und benennt weitere Probleme wie Altersarmut oder Pflegenotstand, der Deutschland schon mal in den 1970er Jahren heimgesucht hatte.

Altersarmut? Da weist Hunko auf das Beispiel Österreich hin. Dort habe man es geschafft, eine durchweg ausreichende Altersversorgung für alle hinzubekommen. „Dort zahlt jede gesellschaftliche Gruppe in den Rententopf ein und nicht nur einige“, fordert er die Regierung auf, auch Selbstständige und Beamte zur Zahlung in einen Solidartopf zu bringen und das System umzustellen. Schließlich fordert die Linke eine Grundsicherung für alle von 1050 Euro, das Rentenniveau soll wieder auf 53 Prozent gehoben werden.

Die linken Thesen und Forderungen will Hunko ausdrücklich dort verbreiten, „wo die Wahlbeteiligung schwach ist“. „Ich stelle mich auch gerne an einen Kiosk und rede dort mit denen, die da einkaufen“, sagt Hunko und warnt nachdrücklich vor den antidemokratischen Auswirkungen einer sogenannten „asymmetrischen Demobilisierung“ der Wählerschaft, wie sie von der Merkel-CDU gewollt sei. „Die wollen gar nicht, dass viele zur Wahl gehen“, unterstellt Hunko.

Als Friedens- und Außenpolitiker werde ihm zudem „richtig schlecht, wenn ich sehe, dass heute wieder deutsche Soldaten an der russischen Grenze stehen“. Das sei in den baltischen Staaten innerhalb des Nato-Engagements so, und es sei nach seinem Friedensverständnis überhaupt nicht gut.

In Aachen strebt er „ein zweistelliges Ergebnis“ für die Linke an, will insbesondere auch die rechte AfD klein halten. „Bei den momentanen Umfragezahlen ist das gar nicht so ambitioniert“, ordnet er das Wahlziel ein. Und: „Es gibt momentan eine neue Bereitschaft für linke Politik“, stellt Hunko optimistisch fest.

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