Aachen: Bundespolizisten stoppen illegalen Transport von vier Hundewelpen

Aachen : Bundespolizisten stoppen illegalen Transport von vier Hundewelpen

Süß und knuddelig, aber zugleich auch bemitleidenswert und traurig war der Fund, den Beamte der Bundespolizeiinspektion Aachen am Montagmorgen auf dem Rastplatz Aachener Land an der Autobahn A4 gemacht haben.

Sie stoppten einen illegalen Tiertransport mit vier Hundewelpen, die vermutlich eine Reise durch halb Europa hinter sich hatten — untergebracht in einer kleinen Tierbox und im Fußraum eines normalen Privat-Pkw.

Ein illegaler Tiertransport mit vier Hundewelpen wurde von der Bundespolizei gestoppt. Foto: Bundespolizei

Auf den Wagen mit belgischem Kennzeichen aufmerksam geworden sind die Bundespolizisten dank einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Tierschützern und Ordnungsbehörden — in diesem Fall der Bundespolizei. „Unsere Beamten haben da ein gutes Bauchgefühl“, berichtet Knut Paul.

Dann fügt der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen hinzu: „Außerdem haben wir in den vergangenen zwei Monaten vermehrt Hinweise von Tierschützern bekommen, dass vor allem aus dem osteuropäischen Raum illegale Tiertransporte in Richtung Deutschland, Belgien, Niederlande unterwegs seien.“

Also nahmen die Ordnungshüter den belgischen Wagen, der am Montagmorgen gegen 9.30 Uhr auf dem Autobahnrastplatz Aachener Land Halt machte, genauer unter die Lupe, „weil ihnen Dinge auffallen wie Transportboxen auf der Hutablage“, erläutert Knut Paul das übliche Vorgehen bei Kontrollen auf Rast- oder Parkplätzen.

Im aktuellen Fall fanden die Beamten vier Hundewelpen im Alter von vier Wochen bis zu einem halben Jahr, die in einer kleinen Tierbox und im Fußraum transportiert worden waren. „Nach Auskunft des 44-jährigen Fahrers wollte er die Tiere zu seinem Wohnort in Belgien bringen“, berichtet Pauls Kollege Bernd Küppers von der Bundespolizei. Den Beamten gegenüber habe er angegeben, dass die Tiere aus einem Nachlass seiner Familie in Serbien stammten.

Welpen werden aufgepäppelt

Für die Welpen lagen aber nicht die benötigten Impf- beziehungsweise Einfuhrbescheinigungen vor. Außerdem befand sich eines der Tiere in einem sehr schlechten Zustand.

Nach Absprache mit dem Veterinäramt der Städteregion Aachen wurden die Welpen beschlagnahmt und anderweitig pfleglich untergebracht. „Wir sagen in solchen Fällen nicht, wo sie untergebracht sind“, erklärt Bernd Küppers, „weil wir vermeiden wollen, dass versucht wird, die Tiere zu befreien.“

In diesem Fall wäre das allerdings einigermaßen widersinnig, denn den Tiere gehe es jetzt wesentlich besser als während ihres Transports. „Sie werden tierärztlich versorgt“, sagt der Bundespolizeisprecher. Auch dem Welpen in schlechtem Zustand gehe es inzwischen wieder besser. „Er wird durchkommen“, hofft Küppers.

Die Ermittler gehen ersten Erkenntnissen zufolge davon aus, dass die Tiere aus einer illegalen Züchtung stammen und in Belgien weiterverkauft werden sollten. Gegen den Besitzer wurde jedenfalls ein Verfahren nach dem Tierseuchengesetz eingeleitet, zudem kommen noch die Pflege- und Folgekosten einer ärztlichen Behandlung auf ihn zu.

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