Aachen: Bürgerstreife erklärt Einsatz für beendet

Aachen : Bürgerstreife erklärt Einsatz für beendet

Die vor knapp einem Jahr von einigen Aachenern ins Leben gerufene umstrittene Selbsthilfeaktion „Wir helfen Aachen“ hat offiziell ihr Ende verkündet. „Wir haben Vorfälle verhindert, wir haben aufmerksam gemacht, wir haben Aachen ein bisschen aufgemischt. Damit ist nun Schluss“, gaben die Wortführer jetzt auf ihrer Facebookseite bekannt.

Die Initiative wurde im Herbst 2014 nach einer beispiellosen Raubüberfallserie von Karsten Rosen und Wolfgang Ebel gegründet. Bei ihnen und ihren Unterstützern herrschte der Eindruck vor, dass die Polizei zu wenig Präsenz auf den Straßen zeigt und die Sicherheit der Nachtschwärmer nicht mehr gewährleisten könne.

Auch jetzt erklären die Wortführer der Initiative erneut, dass die Lage „nicht besser, eher schlimmer“ geworden sei. Aber man könne nicht „die gesamte Freizeit opfern, ‚nur‘ um anderen, fremden Menschen zu helfen“.

Kritisch wurde die Initiative gesehen, weil einige Mitläufer mehr oder minder offen Sympathien für rechtes Gedankengut und Gewalt zeigten. Offen ablehnend äußerte sich auch Polizeipräsident Dirk Weinspach gegen solch privat organisierte Patrouillengänge.

„Bürgerstreifen sind Show“, erklärte er im Herbst letzten Jahres. Derweil glauben Anhänger der Aktion nach wie vor, dass die Polizei erst durch die Bürgerstreife unter Zugzwang geraten sei und seitdem mehr Präsenz an neuralgischen Punkten der Stadt zeige.

(gei)
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