Bürgerstiftung Lebensraum kämpft gegen die Armut

Veranstaltungsreihe : Sie bekämpfen Armut, die uns auch hier in Aachen begegnet

Mit zwei Vorträgen zum Thema „Armut in Aachen und der Region“ und „Armut global“ möchte die Initiative „Offenes Aachen für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt“ Armut in ihren viele Facetten den Bürgern und Bürgerinnen ins Gedächtnis rufen.

Nicht nur in fernen Ländern, auch in Deutschland gibt es Menschen, die arm sind. Sie sind nicht unbedingt obdachlos, haben eine Wohnung, manchmal sogar eine Arbeit, aber sie sind Menschen, die nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, die jeden Cent mehrfach umdrehen müssen und die ihren Kindern wenig bieten können. Mit zwei Vorträgen zum Thema „Armut in Aachen und der Region“ und „Armut global“ möchte die Initiative „Offenes Aachen für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt“ Armut in ihren viele Facetten den Bürgern und Bürgerinnen ins Gedächtnis rufen sowie Möglichkeiten aufzeigen, wie man diesen Menschen helfen kann sich selbst zu helfen.

Die Initiative „Offenes Aachen für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt“ hat sich 2017 gegründet und sich mit verschiedenen Veranstaltungen in Aachen starkgemacht gegen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Den Initiatoren war in ihrer Arbeit mit geflüchteten Menschen schnell deutlich geworden, dass man Werte nicht nur Neuankömmlingen vermitteln müsse, sondern dass es auch sehr viele „Einheimische“ gäbe, denen die Werte des Grundgesetzes nur theoretisch ein Begriff seien.

Das Thema „Armut“ hat die Arbeitsgruppe „Menschenwürde und Vielfalt“ auf den Weg gebracht. Für Adolf Bartz, Leiter der Arbeitsgruppe, ist die Menschenwürde fest mit dem Thema Armut verbunden. „Armut kann – muss aber nicht – mit einem Verlust an Menschenwürde einhergehen“, so Bartz. Dieser Grundsatz gilt weltweit – auch in Deutschland und auch in Aachen.

Gesundheitliche Probleme

Sie kann gesundheitliche Probleme mitsichbringen und ist häufig auch ein Grund für mangelnde Bildung und Aufstiegschancen für Kinder und Jugendlichen.

Sandra Jansen, Leiterin der Kinder- und Jugendeinrichtung Offene Tür D-Hof, und Andreas Reiner, Professor für Soziologie und Sozialpolitik an der Katholischen Hochschule NRW, sprechen daher am Montag, 19. November, ab 17.30 Uhr in der Nadelfabrik im Reichsweg über die Armut, die den Aachenern direkt vor Ort begegnet. Es wird um die wertvolle Arbeit der Offenen Türen gehen, die überall in Aachen Kindern und Jugendlichen eine Anlaufstätte bieten und auch darum, wie jeder Aachener selbst etwas dazu beitragen kann, die Auswirkungen der Armut zu lindern ohne protektionistisch oder allein fürsorglich tätig zu werden.

Hilfe zur Selbsthilfe ist das Stichwort, Unterstützung, Ermutigung und vor allem die Armut in das Bewusstsein zu holen. Ähnlich ist daher auch das Thema des zweiten Vortrags am Montag, 10. Dezember, ebenfalls um 17.30 Uhr in der Nadelfabrik. Es spricht Pirmin Spiegel, Vorstandvorsitzender und Hauptgeschäftsführer des bischöflichen Hilfswerks Misereor, zum Thema „Armut global“. Dabei sind zwei Themen im Fokus: wie das Verhalten der deutschen und europäischen Bevölkerung dazu beiträgt, die Armut in südamerikanischen und afrikanischen Ländern zu verstärken und Armut als Fluchtursache. Der Eintritt zu den Vorträgen ist kostenfrei.

Mehr von Aachener Nachrichten