Aachen: Bürgerinitiative macht weiter Druck gegen Zeelink-Pläne

Aachen : Bürgerinitiative macht weiter Druck gegen Zeelink-Pläne

Während die Kölner Bezirksregierung den Aachenern in der Debatte um die umstrittene Erdgasleitung „Zeelink“ vorerst noch die kalte Schulter zeigt, will die Initiative „Keine Pipeline im Brander Indetal“ den Druck auf die Genehmigungsbehörde weiter hoch halten.

Sie setzt dabei auf eine breite Rückendeckung aller Aachener, wie Marianne Krott, Sprecherin der Initiative, deutlich macht und die auf eine entsprechend große Resonanz am morgigen Freitag in der Gesamtschule Brand hofft. Dort hat die Initiative genügend große Räumlichkeiten für eine Infoveranstaltung reserviert, von der ein weiteres starkes Signal gegen eine Trassenführung durch Schutzgebiete im Aachener Süden ausgehen soll.

Schon im März kamen gut 600 Menschen bei einem sogenannten Dialogmarkt des Essener Konzerns und Pipelinebauers „Open Grid Europe“ (OGE) zusammen, um ihren Unmut über eine „Vorzugsvariante“ durchs Indetal deutlich zu machen. Diesmal werden noch mehr Teilnehmer erwartet, zumal ihnen auch Gelegenheit gegeben werden soll, Fragen zu stellen und sich kritisch zu äußern.

Beim letzten Mal waren sie noch eher zur Zuhörerschaft verdammt. Neue Informationen zum Stand der Planung soll es freilich auch geben. Die beiden städtischen Fachbereichsleiter Elmar Wiezorek (Umwelt) und Niels-Christian Schaffert (Planung) werden zunächst in das Thema einführen. Weitere Beiträge werden örtliche Politiker, Vertreter der Brander Bürgerinitiative und nicht zuletzt auch OGE-Projektleiter Franz-Josef Kißing beisteuern.

Abgesagt hat einzig die Bezirksvertretung Köln, also jene Behörde, die in Aachen derzeit für größtmögliche Verwunderung sorgt. Denn bekanntlich bevorzugt die Stadt für den Pipelinebau eine Alternativroute entlang der Autobahn A44, was nach Darstellung der Planer aber technisch aufwendiger und daher teurer ist. In der Abwägung dürfe das Kostenargument allerdings nicht dazu führen, eine Trasse durchs Indetal zu schlagen, meint man auf Seiten der Stadt, die längst auch eine Klage gegen die weiteren Planungen in Erwägung zieht.

Viele Jahre lang habe man für das Naturschutzgebiet gekämpft, sagt Marianne Krott. „Da darf kein Hund frei laufen und kein Pferd durchreiten, aber anscheinend darf man eine Pipeline durchlegen“, ärgert sie sich. „Diese Bautätigkeit tut weh“, meint sie und fürchtet, dass die Zerstörungen noch über Jahrzehnte hinweg zu sehen sein könnten.

„Aber wir haben einen langen Atem“, gibt sie sich kämpferisch. Ihre Hoffnung ist groß, dass dies auch die OGE-Vertreter einsehen. Verzögerungen durch aufwendige Rechtstreitigkeiten dürften kaum in ihrem Interesse sein: Das Gas soll spätestens 2021 durch die neue Pipeline von Zeebrügge bis Ahaus strömen. Die Info-Veranstaltung in der Aula der Gesamtschule Brand, Rombachstraße, beginnt am Freitag, 12. Mai, um 18.30 Uhr.

(gei)
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