Aachen: Bühne 78 zeigt zum Jubiläum das Stück „Liebling, ich bin da“

Aachen : Bühne 78 zeigt zum Jubiläum das Stück „Liebling, ich bin da“

„Während ich hier auf meinem Talent sitze, sitzt er auf seinem Hintern“, klagt Celia. Der Haushalt ist ganz offensichtlich nicht ihr Ding, und während sie sich zu Hause langweilt, fährt ihr Ehemann die Firma an die Wand. Wäre es da nicht den Versuch wert, die Rollen einfach zu tauschen? Das Publikum in der Klangbrücke hatte bei der Premiere von „Liebling, ich bin da“ seine helle Freude an diesem Rollentausch.

Die Eilendorfer „Bühne 78“ hatte sich das Stück „Liebling, ich bin da“ von Jack Popplewell nicht zuletzt deshalb ausgesucht, damit möglichst viele Mitglieder zum 40-jährigen Jubiläum auf der Bühne stehen konnten. Und das Konzept ging auf. Das Publikum sparte nicht mit Applaus und ließ am Ende weiße Rosen auf die Bühne regnen.

Er Hausmann, sie Karrierefrau

Der staubwedelnde und bügelnde Rupert Jones (Frank Debye) sorgte für ebenso viel Heiterkeit wie die geschäftstüchtige Celia (Ellen Stollenwerk), die ihrem Mann gnadenlos vor Augen führt, wie man eine Firma erfolgreich leitet. Dass Rupert mit seiner neuen Rolle nicht glücklich sein kann, scheint zunächst einmal auf der Hand zu liegen.

Und auch wenn das Stück jede Menge Klischees bedient, kam es beim Publikum hervorragend an. „Für eine Frau ist die Ehe das höchste Glück und ihr Lebensinhalt“, sagt Rupert an einer Stelle mit viel Pathos, und nicht nur die Damen im Publikum krümmen sich vor Lachen.

Rupert braucht so seine Zeit, bis er mit dem Rollentausch einverstanden ist. „Du wirst die Firma ruinieren“, sagt er, woraufhin Celia lakonisch antwortet: „Und was ist jetzt damit?“ Rupert stimmt schließlich zu, hat aber eine Bedingung: „Keine Kinder mehr. Ich lehne es kategorisch ab, Mutter zu werden.“

Dass dann dennoch Kinder auftauchen in seinem Leben, war so nicht geplant. Tochter Karen (Sabine Grendel) kehrt aus Kanada zurück und hat Zwillinge im Gepäck, allerdings keinen Mann dazu. Und so muss Rupert zu allem Überfluss jetzt auch noch zwei Babys versorgen, während seine Frau geschäftlich durch die halbe Welt fliegt. „Ich weiß nicht, wann du mich zum letzten Mal zum Essen ausgeführt hast“, klagt er an einer Stelle.

Und natürlich ist er eifersüchtig auf Celias gut aussehenden Assistenten (Dirk Kaußen), ebenso wie sie es früher auf Ruperts Sekretärin war. Rupert freundet sich mit der Nachbarschaft an, liebt das gemeinsame Kartenspiel und ebenso den Malkurs. Natürlich gibt es auch hier Konflikte, die durchaus mit dem Rollentausch von Celia und Rupert in Verbindung stehen. Zum Glück taucht dann doch noch ganz überraschend der Vater der Zwillinge auf, frisch geschieden und willig, die Mutter seiner Kinder zu heiraten. Doch ganz so einfach geht das dann doch nicht.

Schon der Name verrät es: Die „Bühne 78“ feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum, und Dirk Kaußen, erster Vorsitzender des Theatervereins, zeichnete nach dem Stück zunächst einmal alle Gründungsmitglieder mit einem Blumenstrauß aus. Sein besonderer Dank galt zudem all jenen, die die Aufführung überhaupt erst möglich gemacht haben, und dazu zählen nicht zuletzt die vielen Bühnenarbeiter, die den Protagonisten auf der Bühne ein gemütliches Zuhause gegeben haben.

Weitere Aufführungen gibt es von Freitag, 22. Juni, bis Sonntag, 24. Juni, jeweils um 19.30 Uhr in der Klangbrücke Aachen, Kurhausstraße 1.

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