Aachen: Büchel: Warten auf die Vorschläge der Verwaltung

Aachen : Büchel: Warten auf die Vorschläge der Verwaltung

Das Altstadtquartier Büchel hat immerhin einen kleinen Fortschritt gemacht. Ende der vergangenen Woche, so war aus der städtischen Planungsverwaltung zu hören, sei der Bebauungsplan 999 (Gebiet Antonius- und Mefferdatisstraße) insofern vorangekommen, als die Einwendungen der sogenannten „Träger öffentlicher Belange“ nun bewertet und für die Beratung im Planungsausschuss (22. Februar) vorbereitet seien.

Gespannt warten jetzt alle Akteure darauf, wie die Bauverwaltung die umfangreiche Eingabe der Polizei, die erhebliche Bedenken gegen den Bau eines sogenannten zentralen Laufhauses formuliert hatte, und möglicherweise noch andere Bedenken bewerten wird. Die Polizei hatte gefordert, den gesamten Bereich der Prostitution aus dem Innenstadtkern herauszunehmen und an anderer Stelle im Außenbereich neu anzusiedeln.

Als Bewegung wird auch wahrgenommen, dass OB Marcel Philipp seine Grundsatzbedenken gegen den Verbleib der Prostitution in dem Gebiet nach einem Gespräch mit den zuständigen Planungspolitikern zurückstellte und nun dafür plädiert, das Gesamtvorhaben an der politisch wenig umstrittenen Seite, nämlich am Büchel, beginnen zu lassen.

Dazu werde er alsbald „gezielt auf die Investoren“, das sind die Projektentwickler Gerd Sauren und Norbert Hermanns, zugehen. Dazu befragt, sagten Hermanns und Sauren übereinstimmend, in Sachen Büchel sei bis zum vergangenen Freitag noch niemand an sie herangetreten. Den „Nachrichten“ erklärten beide gleichlautend: „Wir stehen zu unseren Plänen und zu unserem Wort, wenn die mit der Stadt vereinbarten Rahmenbedingungen eingehalten werden.“

Hermanns verdeutlichte erneut, dass eine „klare und harte“ Trennung des Bereichs „Prostitution“ und des Bereichs „Wohnen und Geschäfte“ vorzunehmen sei. „Wir können dort keine offene Verbindung zwischen den Bereichen zulassen“, sagte Hermanns.

Im Übrigen sei man, wie auch Gerd Sauren auf Anfrage bekräftigte, mitten in einem rechtlich bindenden Bebauungsplanverfahren, bei dem die Verwaltung momentan bei der Prüfung der gemachten Eingaben (siehe oben) sei. Erst wenn diese Bewertungen vorliegen, könne man überhaupt daran denken, die beschlossenen Architektenwettbewerbe auf der Grundlage des stadtplanerischen Siegerentwurfs von Chapman-Taylor auszuschreiben. Auch auf ihn sei weder der Oberbürgermeister noch ein anderer Vertreter der Stadt bislang zugekommen, versicherte Sauren, man sei jedoch offen für jeden Vorschlag, der die Sache voranbringen könne.

Für Gerd Sauren ist es weiterhin nicht sinnvoll, teure Wettbewerbe von privater Seite auszuschreiben, wenn man zuvor die städtischen Vorgaben nicht klar formuliert habe und sie im Verfahren sodann rechtsverbindlich festgelegt seien.

Auch der Vorsitzende des zuständigen Planungsausschusses, der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Baal, sieht mit Spannung auf die kommende Verwaltungsvorlage: „Solche Verfahren sind hochkomplex und auf alle Fälle nicht eindimensional“, sagte Baal. So sei es auch im Fall Büchel durchaus denkbar, dass in verschiedenen Zeitebenen für bestimmte Probleme nach neuen Lösungen gesucht werde könnte, sagte Baal. Übersetzt heißt das, man könne sich durchaus einen Start des Projekts am Büchel vorstellen, auch wenn über Verbleib oder Verlegung des Rotlichtbezirks noch nicht entschieden sei. Das Gespräch der Planungspolitiker aus dem Rat mit dem OB aus der vergangenen Woche sei wichtig gewesen, resümierte Baal, aber jetzt warte man auf die Vorschläge der Verwaltung.

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