Aachen: Büchel: Nun kann wie geplant geplant werden

Aachen : Büchel: Nun kann wie geplant geplant werden

Am Ende herrschte große Einigkeit, gepaart mit einer deutlich geäußerten Zufriedenheit der Aachener Planungspolitiker über eine Stellungnahme zum „Altstadtquartier Büchel“. Die Verwaltung hatte sie am Donnerstagabend als Ergebnis der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zum Neubau des kompletten Viertels zwischen Bahkauv und Großkölnstraße vorgelegt.

Dabei hatte es zuletzt richtigen Zoff zwischen den Ratsfraktionen und dem Oberbürgermeister bezüglich einer Stellungnahme der Polizei in Sachen Bordellbetrieb in der Antoniusstraße gegeben. Die Polizei hatte bekanntlich Sicherheitsbedenken erhoben, falls man dort ein sogenanntes Laufhaus baue und den Bordellbetrieb in der Innenstadt belasse.

Begründet hatte die Polizei die Bedenken vor allem mit Kriminalitätszahlen, die sich nach Ansicht von Verwaltung und Politik so nicht halten ließen. Alleine schon die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft zu den Kriminalitätszahlen, argumentierte etwa Ratsherr Norbert Plum (SPD), hätten bessere Ergebnisse für das Gebiet Antonius- und Mefferdatisstraße erbracht.

So sei, resümierten die Sprecher der Groko Norbert Plum und Alexander Gilson, die Stellungnahme des Polizeipräsidenten „insgesamt nicht sehr überzeugend“. Allerdings sei es richtig, dass man bei einem Neubau des Rotlichtbezirks „keine Sackgassensituation“ (Plum) schaffen dürfe, das war eines der Hauptsicherheitsanliegen der Polizeibehörde.

Überhaupt, da war man sich einig, hänge viel davon ab, wie man eine geeignete Fläche für die im Rotlichtbezirk nötigen „Anbahnungssituationen“ zwischen Freiern und Prostituierten schaffen könne. Hier hatten die Investoren Norbert Hermanns und Gerd Sauren Probleme, die eine strikte Trennung von Wohn- und Geschäftsbereich und den Bordellbetrieb eingefordert hatten.

Doch der große Knatsch um den Altstadtbereich ist nun vom Tisch, wie auch der Grüne Michael Rau feststellte. Er lobte die „sehr sachliche Art“, mit der die Verwaltung die widerstreitenden Interessen behandelt habe und begrüßte es, dass damit „die Differenzen mit dem OB ausgeräumt“ seien. Rau, selber Architekt, warnte aber, dass man für ein solches Projekt noch enorme Geduld brauche. Schlimm sei nur, dass das Parkhaus Büchel immer noch stehe.

Für Alexander Gilson war wichtig, dass die Zeit des Schweigens zwischen den Beteiligten nun vorbei sei. „Man redet wieder miteinander, das ist gut“, sagte der CDU-Ratsherr. Dem Linken Marc Beus war auch das Parkhaus ein Dorn im Auge, er begrüßte ebenfalls wie die Grünen die Idee, einen externen Moderator für eine bessere Kommunikation zwischen den Handelnden zu gewinnen.

Einstimmiger Beschluss

Wilhelm Helg (FDP) sprach sich analog zur Beschlusslage seiner Partei für die Auslagerung der Bordelle an die Peripherie der Stadt aus. Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung stimmte er aber — wie alle anderen auch — zu. Darin ist nun festgelegt, dass „das der Offenlage zugrunde liegende städtebauliche Konzept“ die Grundlage für die weitere Planung und vor allem für die Ausschreibung der Hochbauwettbewerbe sein wird. Denn auf diese Zusicherung mussten die Investoren bislang warten. Sie sind nun in der Pflicht, die Wettbewerbe auszuloben.

Der Ausschuss lobte zudem die ausgewogene und lehrreiche Stellungnahme des Arbeitskreises Prostitution, der sich eindeutig für den Verbleib des Betriebs in der Antoniusstraße ausgesprochen hatten. Außerdem forderte man bereits jetzt das Ordnungsamt der Stadt auf, sich um die Einhaltung der Bestimmungen nach dem neuen Prostitutionsgesetz zu kümmern.

(wos)
Mehr von Aachener Nachrichten