Aachen: Brutaler Tritt ins Gesicht: Fußballspiel abgebrochen

Aachen: Brutaler Tritt ins Gesicht: Fußballspiel abgebrochen

Fußball verkehrt: Während des Spiels der Kreisliga D auf dem Sportplatz Zum Kirschbäumchen nahe des Prager Rings hat ein 36-jähriger Spieler des Munzurspor SV Aachen einen 20-jährigen Gegenspieler des FV Haaren III in übelster Weise attackiert.

Zur Vorbereitung eines Freistoßes 18 Meter vor dem Tor legte sich der Jüngere den Ball zurecht, bückte sich und soll in dem Moment von dem Älteren mit Ankündigung und voller Wucht mit dem Knie gegen den Kopf getreten worden sein. Der 20-Jährige ging blutüberströmt zu Boden.

Er wurde von zwei Mitspielern vom Feld geführt, wurde kurze Zeit ohnmächtig und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der 20-Jährige erlitt dabei eine schwere Gesichtsverletzung. Adi Hermanns, Vorsitzender des FV Haaren: „Ich habe in all meinen Fußball-Jahren als Spieler oder Trainer noch nie so etwas Brutales erlebt und hoffe dies auch nicht mehr erleben zu müssen.“

Der nach Ansicht von Hermanns „sehr schlechte Schiedsrichter“ habe weiterspielen lassen und erst nach einigen Minuten dem 36-Jährigen die gelb-rote Karte gegeben, wegen Meckerns und Foulspiels. „Die dritte Mannschaft von Haaren verließ darauf geschockt den Platz.“ Ordner der Heimmannschaft, die hätten eingreifen können, seien nicht zu sehen gewesen.

Das Spiel der Kreisliga D wurde schließlich abgebrochen. Bei dem 20-Jährigen sei im Uniklinikum ein Jochbeinbruch und ein abgebrochener Zahn diagnostiziert worden. Der Verletzte werde am Mittwoch unter Vollnarkose operiert und bekomme mehrere Metallplatten ins Gesicht eingesetzt.

„Er ist erst einmal sechs Wochen krank geschrieben und kann bis auf Weiteres keine feste Nahrung zu sich nehmen“, so Hermanns: „Er wird mindestens sechs bis neun Monate ausfallen, von der psychischen Belastung nach so einem brutalen Foul ganz abgesehen.“

In einem Telefonat habe der junge Mann ihm mitgeteilt, dass er wohl nie mehr Fußball spielen wolle. Die hässliche Tat, so Hermanns, müsse mit allen Mitteln bestraft werden, sowohl privat- wie auch sportrechtlich. Den strafrechtlichen Part übernimmt die Polizei. Sie ermittelt gegen den 36-jährigen Spieler wegen gefährlicher Körperverletzung.

Taner Yalcin, 1. Vorsitzender von Munzurspor SV, betrachtet den Ausrutscher dagegen eher als Einzelfall und kündigt rasche Konsequenzen an: „Der Spieler wird bestraft und nicht mehr eingesetzt.“ Überhaupt wolle man sich von derartigen Brutalitäten distanzieren.

Anderer Ansicht ist Peter Büttgen, Vorsitzender der Spruchkammer des Fußballkreises Aachen: „Es gibt schon gewisse Ärgernisse mit bestimmten Leuten.“ Er sei jetzt seit 31 Jahren dabei und habe immer wieder ähnlich gelagerte Vorkommnisse erlebt.

Auch den Zeitpunkt kann er eingrenzen: „Seitdem erlaubt wird, rein türkische Fußballvereine zu bilden.“ Bei Mannschaften mit gemischten Nationalitäten „gibt es diese Probleme nicht“. Anfang des Jahres war erstmals eine Mannschaft von der Spruchkammer komplett für ein halbes Jahr gesperrt worden, der Burtscheider FC Destan, dessen Spieler sich diverse Undiszipliniertheiten erlaubt hatten.

Zwei Spieler hatten daraufhin den Verein verlassen müssen, daraufhin stand der Verein unter Bewährung. Doch alle folgenden Präventionsmaßnahmen hätten bisher nicht viel genutzt, so Funktionär Büttgen weiter.

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