Aachen: Brunnen, Markt, Café: Viele Ideen für den Elsassplatz

Aachen : Brunnen, Markt, Café: Viele Ideen für den Elsassplatz

Nachts verblasst er im Dunkeln, und auch aus der Wahrnehmung vieler Ostviertel-Bewohner ist der Elsassplatz schon längst verschwunden. Dieser vergessene Mittelpunkt im Osten von Aachen soll nun wiederbelebt werden, das ist zumindest ein Ziel der 14. Parkgespräche, die sich der Verbesserung der Lebensqualität an dem Platz widmen wollen.

Am Mittwochabend wurden dazu in der Nadelfabrik erste Ideen gesammelt und Probleme besprochen, die es beiseite zu räumen gilt. Zu beseitigen, da waren sich die meisten Anwesenden und Anwohner einig, sei auf jeden Fall der Müll, der sich dort derzeit zuverlässig jeden Tag ansammelt. Das liege auch daran, dass sich der Elsassplatz im Laufe der vergangenen Jahrzehnte vom Quartiersmittelpunkt zu einer dunklen Ecke gewandelt habe, wie der ehemalige Baudirektor der Stadt Aachen, Fred Quarten, erklärte.

„Die Gestaltung des Platzes ist schon über 40 Jahre alt, und manche sagten schon bei dessen Planung, dass diese nicht ausgereift sei.“ Nach dem Abriss der Kaserne auf dem Gelände des heutigen Kennedyparks sollte der Elsassplatz eine Verbindung zum umliegenden Quartier schaffen — eine Aufgabe, der er nie richtig gewachsen war.

„Man muss auch Rücksicht auf die vielen Kulturen nehmen, die im Ostviertel zusammenkommen“, sagte Quarten, der eine Vielzahl notwendiger Verbesserungen für den Elsassplatz anregte. So sollten sich etwa Freiwillige finden, die den Platz sauber halten und ihm vermehrt Sorge tragen, der Brunnen wieder zum Laufen gebracht werden und Bänke wieder aufgestellt werden. Eine neue Beleuchtung hielt er ebenso für angebracht wie Möglichkeiten zum Spielen für die Kinder im Quartier.

Außerdem führt die Stadt zurzeit Gespräche mit einer Gastronomenfamilie über eine mögliche gastronomische Bewirtschaftung im Bereich des Kennedyparks. Inwiefern sich diese aber auch auf den Elsassplatz auswirken könnte, ist noch unklar, da in der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion ausschließlich vom Kennedypark die Rede ist.

Jürgen Kutsch, der im Namen seiner Stiftung das Gespräch mit den Bürgern leitete, nahm diese mit in die Pflicht, sich persönlich für Verbesserungen in ihrem Viertel einzubringen. „Ich selbst komme von außerhalb aus Kornelimünster, aber die Impulse müssen von den Leuten kommen, die hier wohnen und hier ihren Lebensmittelpunkt haben“, sagte er.

Denn neben Problemen wie öffentlicher Drogenkriminalität und der manchmal schwierigen Verkehrslage, biete die Lage um den Elsassplatz auch viele Vorteile, wie einige Anwohner bestätigten. Etwa die gute Anbindung an den Nahverkehr, die Schulen und Läden im nahen Umkreis. Gelobt wurde auch der multikulturelle Charakter der Elsassstraße.

Die Frage aber, was aus dem etwas verwahrlosten Platz in der Quartiersmitte geschehen soll, konnte auch an diesem Abend nicht geklärt werden. Einig war man sich, dass etwas geschehen müsse.

Vielleicht eine Überdachung für mehr Feste; vielleicht auch ein regelmäßiger Wochenmarkt. Zumindest fanden sich schon die ersten Freiwilligen, die bei der Neugestaltung mithelfen wollen — und Hände, die zupacken können, kann der Elsassplatz gewiss gebrauchen.

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