Brauchtumspflege: Legendenwanderweg im Öcher Bösch

Aachen : Zur Brauchtumspflege in den Öcher Bösch

Der Aachener Karnevalsprinz Mike I. (Foellmer) hofft heute, seinem Ziel näher zu kommen, einen sogenannten Legendenwanderweg im Öcher Bösch anzulegen. Dazu soll der Umweltausschuss sein Einverständnis erklären, dass in den nächsten Jahren bis zu 15 Holzfiguren, die an mehr oder wenige bekannte Aachener Originale erinnern, entlang eines Spazierwegs aufgestellt werden dürfen.

Mit der Idee hat sich Michael Foell­mer vor gut einem Jahr beim AKV erfolgreich als Karnevalsprinz für die laufende Session beworben. Denn „nachhaltig“ möge seine Regentschaft sein, so das erklärte Ziel, und auch Kinder sollen gezielt angesprochen werden. Mit dem Andenken an Aachener Legenden — zu denen er etwa Lennet Kann, Spiene-Jupp, Jockeb met et Faisje, Madame Pirlapong oder auch Mandele Leo zählt — könne das gelingen, ist Foell­mer überzeugt.

Spazierweg am Waldstadion

Gemeinsam mit dem Gemeindeforstamt haben sich Foellmer und sein Hofstaat inzwischen auch erfolgreich auf die Suche nach einem geeigneten Ort gemacht. Der Spazierweg zwischen Waldstadion und Stauweiher Kupferbach entlang der Wiesen des Guts Waldhausen erfülle alle Kriterien: Der Weg ist gut erreichbar, bequem zu begehen, sehr beliebt, die Pflege und Sicherung wäre gewährleistet und Bedenken wegen des Naturschutzes bestünden auch nicht.

Einwände seitens der Verwaltung gegen das Aufstellen der bis zu 2,10 Meter hohen Figuren gibt es dort offenbar nicht. Den Planungen zufolge sollen sie auf einfundamentierten Metallsockeln aufgeschraubt und jeweils mit einer Erklärtafel versehen werden.

Foellmer stellt sich vor, damit auch ein Ausflugsziel für Schulexkursionen zu schaffen: Schulkinder kämen raus in die Natur und könnten zugleich etwas über Öcher Originale erfahren.

Bis es allerdings wirklich viel zu sehen gibt, dürfte noch einige Zeit vergehen. Zwar würde Foellmer mit seinem Hofstaat am liebsten noch in der laufenden Session den ersten Aufschlag machen und die erste Figur — aller Voraussicht nach wäre das der Lennet Kann — aufstellen, für alle weiteren müssen dann jedoch Sponsoren gefunden werden. Die Bereitschaft sei allerdings groß, erklärt Foellmer, der bereits mit vielen interessierten Stiftern gesprochen habe. Und er hofft zugleich, seine Nachfolger und künftigen Tollitäten überzeugen zu können, das Projekt in den nächsten Jahren fortzusetzen.

Kosten für die Stadt würden den Planungen zufolge nicht entstehen, wie Michael Foellmer, Peter Brust und Volker Neubauer heute im Umweltausschuss (ab 17 Uhr im Multifunktionsraum der Feuerwache, Stolberger Straße) darlegen wollen. Demnach soll der Verein Thouet Mundartpreis als Projektträger fungieren, die einzelnen Stationen kuratieren und gemeinsam mit Sponsoren auch sämtliche Kosten für die Errichtung, die Instandhaltung und auch einen möglichen Abbau der Statuen übernehmen.

Noch Beratungsbedarf?

Eben dies könnte jedoch Anlass für politische Diskussionen sein: Will man privaten Geldgebern und einem Verein die Gestaltung eines Waldwegs überlassen? Für die beiden Mehrheitsfraktionen signalisierten Ferdinand Corsten (CDU) und Heike Wolf (SPD) am Montag bereits ihr grundsätzliches Einverständnis. Aus Sicht der Ausschussvorsitzenden Ulla Griepentrog (Grüne) könnte es nach der detaillierten Vorstellung der Pläne allerdings durchaus noch Beratungsbedarf geben. Denkbar also, dass sich Mike I. bis zu einer Entscheidung über den „Legendenwanderweg“ noch gedulden muss.

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