Aachen: Brandstiftung im Aachener Klinikum: 58-Jähriger schuldunfähig?

Aachen : Brandstiftung im Aachener Klinikum: 58-Jähriger schuldunfähig?

Zwei Tage, nachdem der unter Verdacht geratene Elektriker Michael W. (58) als mutmaßlicher Brandstifter im Klinikum unterwegs war, wurde ihm von seinem Arbeitgeber, der Aachener Uniklinik, seine Freistellung quasi ans Klinikbett gebracht.

Das sagte die Personalchefin am Montag vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts, die den Brand mit Millionenschaden vom 23. Juli dieses Jahres aufzuklären hat.

Denn der bereits langjährig im Klinikum arbeitende Mann hatte sich Tage zuvor selbst einweisen lassen, zuvor hatte er bei dem zuständigen Sachbearbeiter eben jener Personalabteilung, der am Montag ebenfalls vor Gericht aussagte, ein Gespräch gesucht und dort bereits einen „verwirrten Eindruck“ gemacht. Die schwere Brandstiftung mit einem Millionenschaden und eine weitere versuchte Brandstiftung soll der 58-jährige als Patient von seinem Bett aus begangen haben.

Allerdings hat am Montag die psychiatrische Sachverständige Annette Rauch aus Aachen in ihrem Gutachten festgestellt, dass Michael W. eine lange Krankheitsgeschichte von psychotischen und manisch-depressiven Schüben aufweise. Er sei folglich zur Tatzeit nicht schuldfähig gewesen, betonte die Ärztin.

Ebenso sei die Prognose für seine Zukunft schlecht, der Beschuldigte zeige immer noch eine ausgeprägte „Wahndynamik“, die sich seit langem gegen das Aachener Klinikum richte, sagte Annette Rauch.

Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme wird am kommenden Montag, 18. Dezember, über den Fall entscheiden. Selbst bei eingeschränkter Schuldfähigkeit droht Michael W. eine mehrjährige Haftstrafe wegen schwerer Brandstiftung.

Mehr von Aachener Nachrichten