Aachen: Brand ist kein Brennpunkt der Gewaltkriminalität

Aachen: Brand ist kein Brennpunkt der Gewaltkriminalität

Wie bereits in anderen Stadtbezirken hatte ein Detail im Sozialentwicklungsplan 2009 für helle Aufregung in Brand gesorgt.

Stein des Anstoßes war eine Grafik, in welcher der Stadtbezirk Brand rot eingefärbt worden war, was nach dem ersten Augenschein so verstanden werden konnte, als sei Brand eine Brutstätte der Gewaltkriminalität.

In der Tat hatten etliche Brander Bürger diese Grafik genau so verstanden, und es hatte viele Anfragen bei den Bezirksbeamten der Polizei, beim Bezirksamt und bei den Bezirksvertretern gegeben, ob man denn in Brand überhaupt noch sicher sei.

Hans-Josef Lemper, Leiter der Kriminalinspektion I, und Gerrit Köster von der Stadt Aachen sollten nun in der Bezirksvertretung das Missverständnis ausräumen und die Gemüter beruhigen.

Nach ihren Ausführungen gibt es zwischen der Kriminalstatistik und den aufbereiteten und gewichteten Daten für die Statistik des Sozialentwicklungsplans (SEP) einen ganz erheblichen Unterschied. In der Kriminalstatistik hat sich Brands niedrige Kriminalitätsrate in keiner Weise verändert. Im SEP hingegen wird versucht, die Wahrnehmung von Gewaltkriminalität in die Betrachtung eines Lebensraumes mit einzubeziehen.

Und die Macher des SEP sind der Auffassung, dass man in Brand Kriminalität viel stärker empfindet als in der Innenstadt. Man hat nun versucht, diese Tatsache mit Hilfe eines Faktors in den SEP einfließen zu lassen, um auch das Sicherheitsbedürfnis des Stadtbezirks erfassen zu können.

In sehr grober Annäherung könnte man sagen, dass Gewaltkriminalität laut SEP in Brand dreimal stärker empfunden wird als etwa in der Innenstadt. Hans-Josef Lemper brachte die für Brand wichtigste Aussage auf den Punkt: „Es gibt keine regelrechten Brennpunkte der Kriminalität in Brand.” Eingeräumt wurde allerdings, dass die Dinge unglücklich gelaufen seien.

Die fragliche Grafik im SEP sei ausschließlich für Fachleute bestimmt gewesen, denen der Hintergrund der spezifischen Datenaufbereitung bekannt gewesen sei. Dass es durch die öffentliche Darstellung zu Irritationen in der Bevölkerung gekommen sei, bedauere man. Man habe die fragliche Darstellung aber bereits aus der Internet-Version des SEP herausgenommen.

Auf eine Anfrage hin erläuterte Gerrit Köster, dass man für die Fortschreibung des Sozialentwicklungsplans zu einer differenzierteren Betrachtung des Lebensraumes Brand kommen wolle und diesen daher künftig in vier Teilbereiche gliedern werde.

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