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Bodenproben werden südlich und östlich von Aachen genommen

Umweltbelastungen im Aachener Umland : Städteregion untersucht Inde-Ufer auf Dioxin

Die Städteregion lässt an 180 Standorten entlang der Inde den Boden auf Dioxin und Schwermetalle untersuchen. Ziel ist es, ein großflächiges Bild über die Belastungen zu bekommen, die 2018 aufgefallen waren.

Das Umweltamt der Städteregion lässt zurzeit das Einzugsgebiet der Inde großflächig auf Belastungen mit Dioxin und Schwermetallen untersuchen. Das teilte die Pressestelle der Städteregion mit. Hintergrund sind die Ergebnisse von Proben im Jahr 2018.

Gutachter nehmen dabei Bodenproben verschiedener Tiefen an 180 Standorten in Eschweiler und Stolberg. Weil das Umfeld der Inde auf Aachener Gebiet, also in Kornelimünster, unauffällig gewesen sei, sollen in Aachen keine weiteren Proben stattfinden, sagt Barbara van Rey, Sprecherin der Städteregion, auf Anfrage unserer Redaktion.

Bereits in der vergangenen Woche begann die großangelegte Untersuchung. Bis Mitte Februar wollen die Fachleute fertig sein. Die Kosten für die Untersuchungen liegen laut Städteregion im sechsstelligen Bereich, 80 Prozent übernimmt die Bezirksregierung.

Da die Inde hauptsächlich von Grünflächen umgeben ist, liegt dort auch der Schwerpunkt der Untersuchungen. Das alte Überschwemmungsgebiet, wo die Inde vor rund 50 Jahren über die Ufer getreten ist, sei laut van Rey im Fokus, weil sich dort Industrierückstände abgelagert haben könnten. Auch Kinderspielplätze werden analysiert. Parallel dazu wird das Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen Gras und Heu untersuchen lassen.

Ziel der Untersuchung ist es, ein flächendeckendes Bild der Dioxinbelastungen zu erhalten, nachdem 2018 auf Grünflächen der Inde erhöhte Werte festgestellt wurden. Auslöser war damals eine routinemäßige Untersuchung von Futtermitteln im Kreis Düren.

Man wisse noch nicht genau, woher die Dioxine kommen, erklärt die Städteregion. Dioxine können beispielsweise bei Waldbränden entstehen oder bei chemischen Produktionsverfahren in der Industrie.

Mit Prognosen zu den Ergebnissen halten sich die Experten noch zurück. Da die Erde bei Spielplätzen und Wohngebieten vor Baubeginn meist abgetragen wird, sind solche Flächen laut Barbara van Rey in der Regel in Ordnung. Je nach Ergebnis sind die Folgen unterschiedlich. Wenn der Prüfwert zu hoch ist, können Flächen für bestimmte Nutzungen gesperrt werden. Kühe müssten dann beispielsweise auf eine andere Weide umziehen.

Dioxine im Essen vermeiden

Dioxine werden in der Regel nicht von Pflanzen aufgenommen, sondern haften an den Blättern oder in der Erde. Gemüse wie Möhren und Kartoffeln können daher verzehrt werden, wenn sie geschält wurden. Nicht schälbares Gemüse mit Bodenkontakt und Kürbisgemüse sollen bei entsprechender Belastung nicht gegessen werden. Auch Hühner und Kaninchen, die mit Pflanzen auf belasteten Grundstücken gefüttert wurden, sollten nicht zu Essen verarbeitet werden. Gleiches gilt für Eier. Die Ergebnisse der großflächigen Untersuchung werden im Frühjahr 2020 erwartet.