Mitfahrerbänke in Ostbelgien : Blaue Bank wirbt für nachbarschaftliche Hilfe beim Fahren von A nach B

Mitfahrerbänke in Ostbelgien : Blaue Bank wirbt für nachbarschaftliche Hilfe beim Fahren von A nach B

Eine überdimensionierte blaue Sitzbank steht seit einigen Tagen am Grenzübergang Köpfchen zwischen Aachen und Raeren. Das auffällige Möbelstück zieht die Blicke vieler Pendler und Passanten auf sich.

Eine belgische Initiative wirbt mit der Bank für ein neues Projekt, das in der kommenden Woche startet: Die Mitfahrerbänke. Hinstellen und hoffen, dass man mitgenommen wird.

So lässt sich in wenigen Worten umschreiben, wozu die insgesamt 23 Mitfahrbänke gedacht sind, die ab der kommenden Woche in den ostbelgischen Gemeinden Raeren und Lontzen aufgestellt werden sollen. „Es geht uns um die Mobilität im ländlichen Bereich, gerade Raeren ist eine große Gemeinde mit vielen Siedlungen“, erklärt Claudia Schmitz von „Fahrmit“ auf Anfrage unserer Redaktion.

Fahrmit ist eine Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht, was in Etwa einem eingetragenen Verein entspricht. Durch die Bänke erhoffe man sich einen Vorteil für die Menschen, die in den Gemeinden leben und auf das teilweise unzureichend ausgebaute öffentliche Busnetz angewiesen sind. Gerade abseits der großen Straßen seien ja oft Menschen unterwegs, die auch aus der Region stammen. „Wir hoffen da ganz stark auf den Dorf-Effekt“, sagt Schmitz. Anlass für den Aufbau sei die eurpäische Woche der Mobilität, die in der kommenden Woche stattfindet.

Apropos Europa: Auch in den Aachener Raum wünscht man sich eine Verankerung der Mitfahrerbänke. „Viele Bustickets gelten nur direkt bis zur Grenze, das ist doch schade“, sagt Schmitz, die bereits mit Armin Langweg von der Stadtverwaltung in Kontakt sei, um in Aachen nach einem geeigneten Standpunkt für so eine Bank zu suchen. Das Thema Sicherheit sei im Vorfeld der Aktion viel diskutiert worden, sagt Schmitz. „Wir sind dagegen, dass Kinder das System nutzen. Und auch bei Jugendlichen sehen wir die Eltern in der Verantwortung, mit ihren Kindern über die Gefahren des Mitfahrens bei Fremden zu sprechen.“

Und niemand sei gezwungen, das System zu nutzen: „Man muss nicht bei jedem ins Auto steigen. Und ich muss auch nicht jeden mitnehmen“, sagt Schmitz, die fest davon überzeugt ist, dass die Bänke eine gute Ergänzung für den öffentlichen Nahverkehr sein können. Mitfahrerbänke gibt es auch in der Städteregion: In den Simmerather Dörfern Erkensruhr und Rollesbroich wurden solche Mitfahrbänke aufgestellt, genauso in Werth und Gressenich bei Stolberg. Im Bereich Baesweiler gibt es sieben solcher Bänke.

(slg)
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