Aachen: Bischof Helmut Dieser beauftragt das neue Regionalteam für Aachen-Stadt

Aachen : Bischof Helmut Dieser beauftragt das neue Regionalteam für Aachen-Stadt

„Im Gehen die Aufgaben identifizieren“: So beschrieb der frisch bestellte Regionalvikar Pfarrer Frank Hendriks die Herausforderungen der acht Regionalteams im Bistum Aachen. Zusammen mit Pastoralreferentin Katrin Hohmann und dem Ehrenamtlichen Walter Nett bildet er das Regionalteam Aachen-Stadt. Jetzt wurden sie bei der Abendmesse in St. Johann-Baptist in Burtscheid von Bischof Helmut Dieser beauftragt.

Eine klare Aufgabenbeschreibung gibt es für die Teams bisher nicht, eher viele Freiheiten. Dieser beschrieb die Teams in seiner Predigt als „Scharnier im ‚Heute-bei-Dir-Prozess’ zwischen den Gruppen, die auf der Diözesanebene arbeiten, und Ihnen hier vor Ort in den Gemeinschaften der Gemeinden und Pfarreien.“ Mit dem „Heute-bei-Dir-Prozess“ will der Bischof bis 2021 Vorschläge von kirchennahen und kirchenfernen Menschen sammeln, wie sich Kirche verändern muss, um den gesellschaftlichen Veränderungen weiterhin gerecht zu werden.

Das Team Aachen-Stadt — unterstützt von der Geschäftsführerin Marielies Schwering sowie mit Laila Vannahme, Sabine Meyer-Wagner und Markus Schröder von drei weiteren Ehrenamtlichen — hat sich zunächst die Identifizierung des Ist-Zustands vorgenommen. Deshalb werden die drei Frauen und vier Männer zunächst die Pfarreien und Gemeinschaften der Gemeinden, aber auch „innovative pastorale Projekte“ besuchen. „Wir wollen wissen: Wo läuft es gut? Wo gibt es Probleme? Wo braucht es neue Impulse?“, sagte Hendriks.

Schwering erkannte an: „Die Einrichtung und Ausgestaltung der Gemeinschaften der Gemeinden brauchte sehr viel Energie, die einen Blick über den Gemeinderand hinaus nicht zuließ. Jetzt ist die Zeit zu gucken, was geht darüber hinaus?“ Den Glauben wieder sprachfähig zu machen, das sei ein wichtiges Ziel des „Heute-bei-Dir-Prozesses“.

Kirchennahe und kirchenferne Menschen

Ähnlich formulierte es auch Dieser in seiner Predigt: „Wie können wir unsere Pastoral so weiter entwickeln, dass sie Chancen um Chancen bietet, durch Jesus von Gott berührt zu werden? Und zwar für die Menschen heute, in den Lebensrealitäten von heute und in den Krisen und Kämpfen, Leiden und Erfolgen, den Gefährdungen und Abgründen der heutigen Lebenswelt.“

Hendriks war sich sicher: „Dafür wird der Prozess nicht die eine Lösung bringen. Wir sind dann die Brückenbauer zwischen den verschiedenen Menschen.“ Unterschiede zwischen kirchennahen und kirchenfernen Menschen könne die Kirche durchaus aushalten. Denn sie habe viel anzubieten — und zwar nicht nur Negativschlagzeilen wie Priestermangel und Kindesmissbrauch. „Kirche kann ein guter Ort sein, um sinnvoll leben zu können.“

Hohmann sah die bestehenden Ängste besonders in den GdGs und bekräftigte: „Wir wollen die Anwälte der Institutionen sein, die sich im Prozess noch nicht gehört gefühlt haben. Und wir wollen nicht nur alles schön reden. Wir brauchen Mut, Offenheit und Motivation.“ Letztlich sei eine Kopplung mit den Themenforen und Teilprozessgruppen sowie die Querverstrebungen zwischen den acht Teams vorgesehen.

Keine Konkurrenz soll es hingegen zum Büro der Regionaldekane geben, obgleich die Regionalvikare wie Hendriks die Regionaldekane ablösen. „Die Teams sind für drei Jahre bestellt. Es gibt keinen Grund, gute bestehende Strukturen auszuhebeln“, erklärte Hendriks.

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