Bilingual lernen: Zwei Aachener Gymnasien informieren gemeinsam

Rhein-Maas-Gymnasium und Gymnasium St. Leonhard : Französisch lernen und auch auf Französisch lernen

Erstmals informieren zwei Aachener Gymnasien gemeinsam über ihr zweisprachiges Bildungsangebot. Das Rhein-Maas-Gymnasium und das Gymnasium St. Leonhard laden für Mittwoch, 9. Oktober, zu einem Infotag ein.

Zweisprachig lernen: Gleich zwei Gymnasien in Aachen haben seit vielen Jahren einen deutsch-französischen bilingualen Bildungsgang im Angebot: das Rhein-Maas-Gymnasium und das Gymnasium St. Leonhard. Die Kinder in den zweisprachigen Klassen lernen nicht nur Französisch ab Klasse 5, sie erhalten ab Klasse 7 auch Unterricht in französischer Sprache. Erstmals bieten die beiden Schulen nun eine gemeinsame Informationsveranstaltung an. Interessierte Eltern und ihre Kinder sind für Mittwoch, 9. Oktober, ins Rhein-Maas-Gymnasium eingeladen.

Dass zwei Gymnasien derart gemeinsame Sache machen, ist nicht selbstverständlich. Schließlich stehen die Schulen einer Schulform stets auch in einer gewissen Konkurrenz zueinander. „Wir wollen aber zusammen für unsere zweisprachigen Bildungsgänge werben“, erklären Monika Eck-Kämper, Schulleiterin am Rhein-Maas-Gymnasium, und ihr Kollege Stefan Menzel von St. Leonhard. Beide sind überzeugt: „In einer Stadt mitten in Europa ist das der richtige Weg, die deutsch-französische Freundschaft zu stärken und erlebbar zu machen.“

Bei dem Informationstag am 9. Oktober wollen Menzel und Eck-Kämper auch mit Vorbehalten und Ängsten aufräumen. Eltern hätten häufig die Sorge, dass in den deutsch-französischen Klassen vor allem Kinder säßen, die bereits einen französischen Familienhintergrund mitbrächten, sagt Menzel. „Das ist aber keineswegs so“, betont er. „Natürlich haben wir solche Kinder in den bilingualen Klassen, aber sie sind nicht die Mehrheit.“ Heißt im Klartext: Ein Kind braucht keineswegs französischsprachige Verwandtschaft, um in einer bilingualen Klasse gut mitzukommen.

Eltern sollten stattdessen auf andere Voraussetzungen achten, rät Monika Eck-Kämper: Hat das Kind Freude an Sprache, an Ausdrucksformen, am Erzählen? Liest es gerne? „Kinder entwickeln früh Freude an Sprache oder eben nicht“, sagt auch Stefan Menzel. Eltern sollten sich auch fragen: „Hört mein Kind im Alltag neue Worte und baut sie in seinen eigenen Wortschatz ein? Davon lebt auch das Erlernen einer Fremdsprache.“

Französisch gilt in der Schule häufig als „schwere Sprache“, wissen die beiden Schulleiter. Genau das ist aus ihrer Sicht aber ebenfalls ein Argument dafür, früh mit dem Lernen anzufangen. Und die jetzt beginnende Rückkehr von G8 zur neunjährigen Gymnasialzeit biete zudem neue Freiräume für diesen bilingualen Schwerpunkt.

Kinder in bilingualen Klassen beginnen in Klasse 5 mit zwei Fremdsprachen: Französisch und Englisch. Ab Klasse 7 kommt dann der Fachunterricht in französischer Sprache dazu, zunächst Erdkunde, später auch Geschichte. Wie das im Detail abläuft, das können interessierte Eltern und ihre Kinder am Mittwoch, 9. Oktober, von 16 bis 17.30 Uhr im Rhein-Maas-Gymnasium, Rhein-Maas-Straße, aus erster Hand erleben. Für die Kinder gibt es kleine Workshops, betreut durch Schülerinnen und Schüler aus den Unter- und Mittelstufen. Die Eltern können sich währenddessen ausführlich informieren und auch alle Fragen stellen, für die bei den allgemeinen Informationsveranstaltungen oder den Tagen der offenen Tür der Schulen vielleicht die Zeit fehlt. Damit sie besser planen können, freuen sich die Schulen über eine kurze Anmeldung per E-Mail an rmg@rmg-aachen.de. Künftig sollen die gemeinsamen Informationstage zu den bilingualen Bildungsgängen im Wechsel an den beiden Schulen stattfinden.

Wer bilingual lernt, bekommt das später im Abiturzeugnis natürlich vermerkt. Beide Schulen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, einen zusätzlichen Abschluss zu erwerben. Am Rhein-Maas-Gymnasium ist das das AbiBac, das französische Baccalauréat und damit die Berechtigung, an einer französischen Hochschule zu studieren. St. Leonhard bietet das International Baccalaureate Diploma (IB) an, das von der in Genf ansässigen International Baccalaureate Organization vergeben wird.

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