Eilendorf: Bezirksamt Eilendorf: Sanierung hat begonnen

Eilendorf: Bezirksamt Eilendorf: Sanierung hat begonnen

Mit einem symbolischen Schlag mit Hammer und Meißel gegen das Eilendorfer Bezirksamt hat Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler den Umbau und die Sanierung des Gebäudes auf den Weg gebracht.

Als die Eilendorfer Ende der 1960er-Jahre ihr neues Gemeindeamt an der Ecke Severinstraße/Brückstraße bauten, da war der Begriff „Barrierefreiheit“ noch ein Fremdwort. Daher gibt es im heutigen Bezirksamt keinen Aufzug, wodurch Rollstuhlfahrern der Zugang verwehrt bleibt. Um diesen wenigstens eine eingeschränkte Möglichkeit des Umgangs mit der Behörde zu bieten, gibt es jedoch in der Brückstraße einen ebenerdigen Seiteneingang, der allerdings eine halbe Etage unter dem Niveau des Erdgeschosses liegt. Daher müssen sich die Betroffenen mit Hilfe einer Klingelanlage bei den Sachbearbeitern melden, die dann von ihren Büros in der ersten Etage aus ihre „Kundschaft“ aufsuchen.

Ein unhaltbarer Zustand, der noch dadurch verschärft wird, dass sich der Sitzungssaal im zweiten Obergeschoss befindet, so dass Rollstuhlfahrer aus eigener Kraft keine Möglichkeit haben, an den Sitzungen der Bezirksvertretung, an Bürgerinformationen oder an den Neujahrsempfängen teilzunehmen.

In die Jahre gekommen

Ziel des Umbaus ist es daher, das in die Jahre gekommene Bezirksamt zu einem bürgerfreundlichen und barrierefreien Servicecenter umzugestalten. Deshalb werden künftig alle Abteilungen der Bezirksverwaltung ihren Platz in einem Bürgerservice im Erdgeschoss des Gebäudes finden, der Zugang dorthin wird barrierefrei gestaltet. Dazu wird an der Rückseite des Gebäudes ein Aufzug angebaut, mit dem man das Servicecenter aber auch die anderen Räume in der ersten und zweiten Etage und vor allem den Sitzungssaal erreichen kann. Die derzeit in einem Nebengebäude befindlichen Büros des Sozialraumteams sollen die Räume im ersten und zweiten Stock des Bezirksamtes nutzen, die Polizeiwache wird demnächst ihren Platz im Untergeschoss finden, das zu diesem Zweck entsprechend umgestaltet wird.

Umgebaut wird in vier Bauabschnitten, um den gewohnten Betrieb des Bezirksamtes durchgehend gewährleisten zu können. Zunächst wird das Untergeschoss umgebaut, um die Polizeiwache aufnehmen zu können, dann folgt das Erdgeschoss, in dem nach der Fertigstellung bereits der Bürgerservice eingerichtet wird. Zum Abschluss folgen dann erstes und zweites Obergeschoss. Mit dem Umbau einher geht eine Sanierung der maroden Fassade und eine „energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle“ sowie eine Erneuerung der Heizungsanlage. Der Umbau des von dem Eilendorfer Architekten Lothar Nenno geplanten Umbaus soll bis November 2015 dauern und Kosten von rund 850.000 Euro verursachen.

Photovoltaikanlage

In diesen Zusammenhang passt es ganz gut, dass die Eilendorfer Bezirksvertretung weiterhin Pläne verfolgt, auf dem Dach des Bezirksamtes eine Photovoltaikanlage zu errichten. Dazu gab es in der jüngsten Sitzung des Gremiums erfreuliche Nachrichten aus der städtischen Fachverwaltung: Die Statik des Daches ist entgegen ersten Annahmen doch für die Aufnahme einer solchen Anlage ausreichend und die Kosten für etwa 100 Quadratmeter Solarzellen halten sich in einem überschaubaren Rahmen und würden sich nach vorsichtigen Berechnungen in gut elf Jahren amortisiert haben. Auf dieser Basis sollen nun Möglichkeiten ausgelotet werden, aus welchen Mittel eine solche Anlage finanziert werden kann und wer als Träger oder Betreiber auftritt.

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