Aachen: Beziehungsstreit nach durchzechter Nacht endete tödlich

Aachen : Beziehungsstreit nach durchzechter Nacht endete tödlich

Es war das blutige Ende einer schwierigen Beziehung, die regelmäßig mit Streitereien und übermäßigem Alkoholkonsum endete. Am Mittag des 29. August letzten Jahres löschte der Lkw-Fahrer Brana J. (38) das Leben seiner Aachener Freundin mit einem brutalen Stich ins Herz aus. Am Montag gestand J. die Tat ohne jede Einschränkung vor dem Aachener Schwurgericht.

Der erste Prozesstag war von Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Warum, das wurde nicht klar. Denn es handelt sich in diesem Verfahren um eine klassische Beziehungstat.

Das Ganze spielte sich in der Küche der Wohnung der 50-jährigen Frau ab, die im Aachener Ostviertel wohnte. Brana J. beschrieb nach seinem von Anwalt Thomas Pohlhammer verlesenen Geständnis — der 38-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt — die Situation der Beiden am Tag davor. Demnach habe der Lkw-Fahrer, kurz bevor er wieder in die Ferne aufbrechen musste, des öfteren Streit mit seiner Lebensgefährtin bekommen.

Eigentlich habe man sich vor einiger Zeit ganz zufällig kennengelernt, als er aus Serbien kommend Station in Aachen machte. Sein Ziel waren meist niederländische Autohändler, für die der Mann Fahrzeuge auf den Balkan chauffierte. Dann kam er wieder zurück nach Aachen und verbrachte die Zeit mit der Frau im Ostviertel.

Am Tattag, dem 29. August, war Brana J. bereits längere Zeit in Aachen. Er habe jedoch am 30. August wieder starten müssen in Richtung Rotterdam, erklärte er den Richtern. Zwischen dem Opfer und ihm sei es unter Alkoholeinfluss regelmäßig zu Streitereien gekommen.

Richter Arno Bormann wollte genau wissen, was am Tag vor dem schrecklichen Geschehen passierte, als J. am Tisch beim Essen saß, einfach aufstand und der Lebensgefährtin ein Küchenmesser ins Herz rammte.

Sie habe ihn ununterbrochen beschimpft und beleidigt, berichtete er. Bereits in der Nacht zuvor war es zwischen den beiden zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen, sie rief sogar die Polizei. Ein Beamter berichtete am Montag vor der Kammer, sie habe sich gefürchtet, weil er urplötzlich in die Küche gegangen sei und wortlos „ein Küchenmesser geschliffen“ habe, zuvor habe er sie geschlagen.

J. war zwischenzeitlich aus der Wohnung weggegangen und kam erst später zurück. Sie habe laut Polizeiaussage jedoch alle Angebote, woanders hinzugehen oder sich helfen zu lassen, abgelehnt.

Brana J. schilderte den nächsten Morgen als völlig normal nach solchen Nächten. Er habe einen dicken Kopf gehabt, es ging dann dennoch bereits weiter mit Alkohol — Kaffee mit Weinbrand. Kurz nach der Tat — J. hatte sofort die Nachbarin alarmiert und die Polizei benachrichtigen lassen — wurde bei dem Angeklagten ein Alkoholwert von 1,64 Promille gemessen. Der Prozess wird am 10. Februar fortgesetzt.

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