Bewohner von Aachen-Seffent fordern schnelles Internet

Vom World Wide Web so gut wie abgeschnitten : Weißer Fleck im Schatten des Campus

Auf der Internetkarte von Aachen gibt es nur noch wenige weiße Flecken. Der Laurensberger Ortsteil Seffent gehört allerdings dazu. Das wollen die Bewohner ändern.

Eine Initiative hat nun eine Unterschriftenliste an Bezirksbürgermeister Alexander Gilson übergeben, auf der mit rund 30 Haushalten annähernd 90 Prozent aller Seffenter eine schnellere Internetanbindung des kleinen Ortsteils im Schatten des Campus Melaten fordern.

Landwirt Georg Grooten erläuterte bei der Übergabe im Laurensberger Bezirksamt, wie dramatisch schlecht die Situation in Seffent ist. „Wir haben Übertragungsraten von 0,4 Megabit pro Sekunde. Abends brauchen wir erst gar nicht ins Internet zu gehen.“ Selbst einfachste Dinge seien in Seffent im Internet nicht möglich, von Fernsehen übers Netz ganz zu schweigen.

Doch neben der privaten Nutzung seien auch einige Berufstätige, die in dem Ortsteil ansässig sind, betroffen. „Wir haben einen Architekten, eine Kinderärztin, eine Kieferorthopädin oder einen Bau-Ingenieur in Seffent“, zählt Grooten auf. Sie könnten wegen der schlechten Internetverbindung nicht vernünftig ihrem Beruf nachgehen.

Bei Bezirksbürgermeister Alexander Gilson rannte die Initiative offene Türen ein. „Über die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer vernünftigen Internetverbindung heutzutage brauchen wir nicht zu diskutieren“, sagte Gilson. Er habe zwar gewusst, dass die Verbindung in Seffent schecht sei, „dass sie aber so schlecht ist, habe ich nicht geahnt“. Er räumte ein, dass es in seinem Stadtbezirk zwei weiße Flecken auf der Internetkarte gebe, neben Seffent habe auch Lemiers keine gute Verbindung. Gilson versprach, sich bei der Verwaltung für den zeitnahen Internetausbau in Seffent einzusetzen und konnte den Bewohnern schon ein wenig Hoffnung machen, da die Stadt bereits Bundesmittel für den Internetausbau beantragt habe, auch habe bereits ein Telekommunikationsanbieter die Bereitschaft signalisiert, sich dort zu engagieren. „Es wäre ja ein Treppenwitz“, sagte Gilson, „wenn es nur wenige Meter Luftlinie vom Campus Melaten entfernt, wo ein 5G-Ausbau geplant ist, kein vernünftiges Internet gibt.“

(hr)
Mehr von Aachener Nachrichten