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Corona: Besuchsverbot im Klinikum, Impfungen zunächst in Altenheimen

Corona : Besuchsverbot im Klinikum, Impfungen zunächst in Altenheimen

Angesichts steigender Infektionszahlen hat das Aachener Universitätsklinikum am Montag ein Besuchsverbot erlassen. Gleichzeitig sorgt der lang ersehnte Impfstoff für einen zarten Hoffnungsschimmer. Die Städteregion hat nun eine Impfreihenfolge festgelegt.

Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, teilt Städteregionssprecher Holger Benend mit, sollen diese nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission dafür genutzt werden, um die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe und Sterbefälle möglichst schnell zu reduzieren.

Die Impfung solle daher zunächst Personen über 80 Jahren und Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen angeboten werden. Gleichzeitig empfiehlt die Impfkommission die Impfung von medizinischem Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege. Da also das Alter das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf darstellt, wurden jetzt von der Städteregion die vorliegenden Daten über die Altersstruktur der einzelnen Einrichtungen ausgewertet und gewichtet.

Danach steht die Einrichtung mit dem prozentual höchsten Anteil der über 80-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner an erster Stelle. Das Impfzentrum in der Eissporthalle wird am kommenden Sonntag, 27. Dezember, also noch nicht eröffnet, die ersten Impfungen werden von mobilen Teams vorgenommen.

„Auf diese Art und Weise ziehen wir ein nachvollziehbares und objektives Kriterium heran“, begründet Gesundheitsdezernent Michael Ziemons. „Insbesondere aufgrund des derzeitigen hohen Ausbruchgeschehens in den vollstationären Pflegeeinrichtungen wird die grundsätzliche Entscheidung des Bundes zur Priorisierung auch von allen Mitgliedern der gemeinsam tagenden Krisenstäbe von Stadt und Kreis Aachen begrüßt.“

Konkret werden jetzt, je nach zur Verfügung stehender Menge des Impfstoffs, die stationären Altenpflegeeinrichtungen nach diesem Kriterium versorgt. „Die mobilen Teams gehen in die Einrichtung und impfen dort natürlich nicht nur die über 80-jährigen, sondern alle Bewohnerinnen und Bewohner, die das wünschen“, erklärt Ziemons weiter.

Die Städteregion habe sich bei ihrer Entscheidung an den Vorgaben der Impfkommission, der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes und den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen orientiert, teilt Benend weiter mit. Die Priorisierungsempfehlung habe demnach nur solange Gültigkeit, bis genügend Impfstoff verfügbar ist.

„Ich hoffe sehr, dass die Lieferung des Impfstoffs sehr zügig geschieht, damit wir schnellstmöglich im ersten Schritt alle besonders gefährdeten Menschen versorgen können. Mittelfristig ist es natürlich das Ziel, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer Impfung gegen COVID-19 anbieten zu können“, sagt Ziemons.

Die Kassenärztliche Vereinigung wird nunmehr aufgrund der Prioritätenliste der Städteregion Aachen Kontakt mit den Einrichtungen aufnehmen, um das weitere Vorgehen und die notwendigen vorbereitenden Arbeiten abklären. Die ersten Impfungen sollen – nach den aktuell vorliegenden Planungen – am 27. Dezember stattfinden.

(red)